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Leitartikel

Wo sich Kurz und Mückstein (nicht) einig sind

Kurz und Mückstein
Sagen oft dasselbe. Aber in anderen Worten. Sebastian Kurz und Wolfgang MücksteinSchlager
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Türkis und Grün harmonieren besser, als das rhetorische Rempeln vor dem Gipfel vermuten lässt. Das gilt jedoch auch für Grün und Rot.

Es ist ein interessanter Plot-Twist. Am Tag nach dem ORF-Sommergespräch des Kanzlers reagierten die Grünen nicht etwa verärgert, weil der Kanzler dem Gesundheitsminister in die Parade gefahren war. Zur Erinnerung: Vergangene Woche hatte Wolfgang Mückstein einen „sehr konkreten Plan“ für den Corona-Herbst- und -Winter angekündigt. Sehr konkret wurde er dann allerdings nicht. Denn, so der Minister, er wolle dem Bund-Länder-Gipfel nicht vorgreifen. Kurz war da weniger zurückhaltend und präsentierte quasi am Vorabend des Treffens einen Fünf-Punkte-Plan. Wobei „Plan“ nicht das richtige Wort ist. Es sind vor allem Überschriften.



Während die rot regierten Länder erbost aufschrien (die anderen waren informiert), blieb der grüne Koalitionspartner tiefenentspannt. Weil, so erklärte Vizekanzler Werner Kogler sinngemäß: Das, was Kurz erzählt habe, wisse man eh und sehe man auch so. Und zwar – das klang mit, wurde aber nicht ausgesprochen –, weil man es selbst vorgeschlagen habe. Nach dieser Lesart hat Kurz also eigentlich aus dem Mückstein-Plan zitiert. Wie gesagt, interessanter Plot-Twist. Aber relevanter als das politische „Wer hat's erfunden?“ ist die inhaltliche Frage, nämlich: Stimmt das? Sind Grün und Türkis auf einer Linie?