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Corona

Pharma-Industrie geht von genug Corona-Impfstoff für alle aus

REUTERS
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Die Gesamtproduktion soll Mitte nächsten Jahres globale Nachfrage übersteigen.

Die Pharma-Industrie geht davon aus, dass es schon bald ausreichend Corona-Impfstoff für alle Menschen weltweit geben wird. Bis spätestens Mitte nächsten Jahres werde die Gesamtproduktion den weltweiten Bedarf übersteigen, erklärte der internationale Pharma-Verband IFPMA am Dienstag. Nach Analysen des Datendienstleisters Airfinity werden bis dahin voraussichtlich 24 Milliarden Dosen Impfstoff produziert worden sein.

Noch in diesem September werde die Schwelle von insgesamt 7,5 Milliarden produzierter Dosen überschritten werden, sagte IFPMA-Chef Thomas Cueni. Bis Ende des Jahres sei dann von zwölf Milliarden produzierter Dosen auszugehen.

Selbst wenn reichere Länder mit zusätzlichen Impfungen begännen und etwa alle Menschen ab zwölf Jahren impfen wollten, blieben dann noch mindestens 1,2 Milliarden Dosen für die Weiterverteilung an ärmere Länder übrig, rechnen die Pharma-Vertreter vor. "Das bedeutet auch, dass Regierungen, die noch Dosen für den Fall eines Engpasses zurückhalten, dies nicht mehr tun müssen", sagte Cueni.

In Afrika nur sechs Prozent geimpft

Bisher sind die verfügbaren Impfstoffe auf globaler Ebene höchst ungleich verteilt. In den reicheren Ländern sind teils bis zu 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. In Afrika sind es durchschnittlich hingegen nur rund sechs Prozent.

Eine Aufhebung der Patentpflicht, um die Herstellungskapazitäten für Impfstoffe zu erhöhen, lehnten die Pharma-Vertreter hingegen strikt ab. Bestehende Probleme würden dadurch nicht gelöst, sagte Paul Stoffels, wissenschaftlicher Direktor des US-Arzneimittelherstellers Johnson & Johnson.

Die bestehende Produktion von Impfstoffen müsse optimiert werden "und zwar von denjenigen, die wissen, wie man sie herstellt", sagte er. Die Patente haltenden Hersteller brauchen demnach derzeit rund 18 Monate, um die Produktion bestehender Anlagen zu erhöhen. "Andere Unternehmen würden dafür viel länger brauchen. Das ist nicht hilfreich."

(APA/AFP)