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Pizzicato

Katar ade!

Die Slapstick–Einlage des österreichischen Tormanns war bezeichnend. Wie Daniel Bachmann in den Rasen trat und in hohem Bogen stolperte, hätte das Publikum in jedem Charlie-Chaplin-Film oder bei Stan Laurel & Oliver Hardy zu Lachstürmen hingerissen.

Eine unfreiwillig komische Szene, die nur bedingt zur Heiterkeit der Anti-Franco-Foda-Fraktion auf den Rängen beitrug.

Nicht nur der Videoschiedsrichter, auch der Rasen hatte sich also gegen Österreich verschworen. Dass die Schottenröcke ihre Schotten mit Rugby-Technik und Braveheart-Methoden tunlichst dicht machten, war keine Überraschung. Vermutlich hätte nur die Verhängung einer rigorosen Quarantäne-Maßnahme unmittelbar vor Matchbeginn geholfen. Dies hätte das Einschreiten von Uefa-Funktionären zum Spielabbruch zur Folge gehabt, wie neulich im Duell Brasilien gegen Argentinien, als vier argentinische England-Legionäre gegen die Coronabestimmungen verstoßen haben.

Vielleicht folgt die Pleiten-, Pech- und Pannenserie am Ende eines Sommers, der bei der EM recht glorios begonnen hat, aber auch nur einem Masterplan. Hat der ÖFB die Moral entdeckt und sich insgeheim zum Boykott der WM in Katar durchgerungen? In der Vorweihnachtszeit 2022 haben die Spieler ohnehin Besseres zu tun, als in der Wüstenhitze einem Ball hinterherzujagen. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2021)