Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Reportage

Team Österreich auf dem Weg nach Graz

Das Team Österreich.
(c) Florian Wieser
  • Drucken

Heute wurden die Teilnehmer des EuroSkills 2021 feierlich in der WKO verabschiedet. „Die Presse" war vor Ort und hat mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen Berufssparten gesprochen.

Der zwölfte Stock des WKO-Gebäudes in der Wiedner Hauptstraße in Wien. Vor einem malerischen Ausblick über das sonnige Wien tummeln sich die 54 österreichischen Teilnehmenden der EuroSkills 2021. Die Berufs-Europameisterschaften finden in genau zwei Wochen in Graz statt. Begleitet werden sie von Experten ihrer Berufsgruppen, die in etwa wie Trainer für den Wettkampf fungieren. An den sehr auffälligen Teamuniformen, mit Lederhose und rot-weiß-kariertem Hemd bzw. Dirndl gibt man sich im Trachten-Stil, lassen sie sich einfach von den Ehrengästen unterscheiden. WKO-Präsident Harald Mahrer, Wirtschaftsministerin Margarete Schrammböck und Olympia-Medaillengewinnerin Bettina Plank sind unter den Rednern die das Team Österreich verabschieden. Bildungsminister Heinz Faßmann lässt sich vertreten.

Durch eine Teststraße in der Lobby fällt die Maskenpflicht im Saal. Die Teilnehmer finden sich an Stehtischen zusammen und begrüßen die Redner auf einer kleinen Bühne. Die Stimmung ist locker und heiter. Vor allem Anspielungen auf den coronabedingten Veranstaltungszeitpunkt ernten Gelächter und Applaus. Die zum ersten Mal in Österreich ausgetragenen EuroSkills wurden bereits zwei Mal verschoben. Geplant waren sie bereits für September 2020. Mehr als eine kurze Motivationsansprache gibt es allerdings von niemandem. Man versucht sich kurz zu halten.

Nach einer ersten großen Fotorunde verabschieden sich die meisten der Ehrengäste. Allerdings bleibt Karate-Olympia-Medaillengewinnerin Plank, um auf der Bühne Parallelen zwischen den Wettkämpfen zu ziehen. Anschließend noch mehr Fotos.

Der offizielle Teil ist damit beendet und das Buffet eröffnet. Hier ergab sich die Gelegenheit für einige Interviews.

Klarissa Wimmer und Nikolaus Walther
Team Netzwerktechnik

(c) Rudolf Laresser

Die Netzwerktechnik findet als Teambewerb statt. Wenn alles nach Plan verläuft, treten Klarissa Wimmer und Nikolaus Walther in zwei Wochen gegen zehn andere Teams an. „Ursprünglich waren um die 20 geplant“, erzählen sie, aufgrund der Pandemie seien aber rund die Hälfte abgesprungen. Mehr Trainingszeit stand bei den beiden allerdings, trotz Pandemie, nicht auf dem Plan. „Unser Trainingsort war die Schule und die war geschlossen“, erklärt Wimmer. Beide haben ihre Schulzeit an der HTL Rennweg in Wien verbracht. Ihr zur Seite gestellter Experte, Christian Schöndorfer, ist dort auch Lehrer.

Die Trainingsphase war allerdings nicht nur von den Schulschließungen beeinträchtigt. Insbesondere die notwendigen Arbeitsmaterialien zu beschaffen, gestaltete sich schwierig. Das Team zeigt sich aber zuversichtlich. 90 Tage vor Wettkampfstart hat man ein Testbeispiel bekommen, mit dem geübt wurde. Zuvor hatte man sich an den Angaben der vergangenen Veranstaltungen orientiert.

Johannes Burchard
Hotel/Rezeption

(c) Rudolf Laresser

Wie breit gefächert die Wettkampf-Disziplinen der EuroSkills sind, merkt man am Bewerb in dem Johannes Burchard teilnimmt. Als Hotelrezeptionist steht ihm ein vielseitiger Wettbewerb bevor. Sei es Check-in, Beschwerde oder Tourismusinformation, schriftlich oder persönlich, vor allem zwischenmenschliches Können ist gefragt. Hinzu kommen die sogenannten „Extraordinaries“, also Aufgaben, bei denen es darum geht, auf wirklich alles vorbereitet zu sein: „Von Besoffenen in der Lobby über Diebstahl bis hin zum Feueralarm. Als Rezeptionist ist man immer die erste Ansprechperson im Hotel.“

Seinen Job sieht der Wiener auch als tägliches Training. Es geht darum, sich intuitiv auf ständig wechselnde Kundschaft einzustellen. Zusätzlich hat er sich mit durchgespielten Szenarien intensiv auf den Wettkampf vorbereitet. Mit seiner Teilnahme will er seine Branche repräsentieren und ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen.

Jürgen Kraft
Experte LKW-Technik

„Wir hatten mehr Zeit zum Trainieren, die haben wir auch genützt. Aber langsam wird’s wirklich Zeit, dass der Bewerb kommt“, meint Jürgen Kraft. Der Mistelbacher Berufsschullehrer betreut nun bereits das dritte Mal Teilnehmer für die Euroskills. „In den letzten Wochen war vor allem mentale Vorbereitung angesagt.“

Die Vorbereitungen hatten aber vielen Facetten. So nahm sein diesjähriger Kandidat, Ronald Brunäcker, 2019 zum Beispiel als Training an der Berufs-Staatsmeisterschaft in Deutschland teil. Weiter geplante Reisen, etwa nach Schweden und Norwegen, fielen pandemiebedingt leider aus.

Für den Erfolg des heimischen Teams setzt Kraft auf Unterstützung von außen: „Wir hoffen auf viele Zuschauer. Das ist auch wichtig für die Teilnehmer. Wir haben das erste Mal einen Heimvorteil und wollen den auch nutzen.“

Die Europameisterschaft der Berufe

Die EuroSkills 2021 finden von 22. bis 26. September in und um Graz statt. Die Eröffnungs- und Schlussfeiern steigen in der Stadthalle Graz, die Bewerbe im Schwarzl-Freizeitzentrum in Premstätten bei Graz. Für einen Besuch ist vorab eine Online-Registrierung erforderlich. Weitere Informationen finden Sie auf www.euroskills2021.com.