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Kunstmesse

Kunst kreißt in der Frauenklinik

Weißer Mohn zur Beruhigung? Die Papierblumen von Alicia Nowak wuchern in einem ehemaligen Untersuchungszimmer der Semmelweisklinik.Kunst Archiv
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Die neunte „Parallel Vienna" besetzt mit mehr als 500 Künstlerinnen und Künstlern zwei Trakte der ehemaligen Semmelweisklinik. Wust und Wahnsinn. Jedenfalls ein Erlebnis.

Es war tatsächlich ein Abend wie damals. Eine Party, wie sie zur Eröffnung der Parallel-Kunstmesse üblich ist: Hunderte junge Kunstaffine trafen sich am Dienstag in der Wiener Vorstadt, in der Semmelweisklinik in Gersthof. So viel Kunst hat diese Gegend noch nie gesehen. Die 3-G-Regel wurde rigide kontrolliert, auch Masken sah man. Der Ort war jedenfalls weit, und er war gut: In nahezu unbezwingbaren 170 Räumen der alten, leer stehenden Frauenklinik, in Krankenzimmern, Küchen, Duschen, Untersuchungszimmern, Kreißsälen stellen noch bis kommenden Sonntag mehr als 500 Künstlerinnen und Künstler aus. Was heißt: Sie stellen aus? Sie sind eingefallen, haben sich den Ort angeeignet, gehen mit ihm um, auf ihn ein, lassen aus all seinen Poren den künstlerischen Ausdruck des Moments strömen, Tod, Leben, Schönheit, Pein – wo sonst als an diesem Ort, jetzt.