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Quergeschrieben

20 Jahre nach 9/11: Der „neue Puritanismus“ bedroht die Freiheit

Der Opfer des Terroranschlages gedenkt man am würdevollsten, indem man das Erbe der Aufklärung dort verteidigt, wo es heute in Gefahr ist.

Als vor 20 Jahren muslimische Terroristen entführte Passagierflugzeuge ins New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington steuerten und dabei knapp 3000 Menschen töteten, wurde dies durchwegs als Angriff auf unsere liberale Gesellschaft und ihre Werte interpretiert, die jenen des Islam, vor allem in seiner konservativen Lesart, diametral entgegenstehen. Nicht nur Gebäude und die darin befindlichen Menschen wurden demnach attackiert, sondern auch das Recht auf freie Rede, der Säkularismus, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und all die anderen Errungenschaften einer Aufklärung, die der islamischen Welt bis heute fremd ist und wohl noch lang fremd bleiben wird. Es war ein Angriff auf die Freiheit.

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Schnitt. Zwei Jahre vor 9/11 bekommt Jack Nicholson den Oscar als bester Hauptdarsteller im Film „As Good As It Gets“. Darin spielt er einen misanthropen, dennoch erfolgreichen Schriftsteller, der den kleinen Hund seiner schwulen Nachbarn in den Müllschlucker wirft, sich in seinem Lieblingscafé darüber aufregt, dass Juden – „Juden!“ – seinen Stammplatz okkupiert haben, und antwortet auf die Frage, warum er Frauenfiguren literarisch so gut beschreibt: „Ich stelle mir Männer vor und subtrahiere Vernunft und Verstand.“