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Affäre

Wer zahlt den Maskenskandal?

Bei Hygiene Austria arbeiteten überwiegend Leiharbeiter.
Bei Hygiene Austria arbeiteten überwiegend Leiharbeiter.REUTERS
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Unterbezahlte Mitarbeiter wollen ihr Geld. Doch Hygiene Austria putzt sich an Leiharbeitsfirmen ab. Am Ende könnten sogar die Steuerzahler büßen.

„Wir werden alle noch eine Überraschung erleben, es wird alles positiv ausgehen, und alles, was Sie gelesen und geschrieben haben, wird sich in Luft auflösen“, weist der frühere Geschäftsführer des Maskenherstellers Hygiene Austria, Tino Wieser, im „Zeit im Bild“-Interview alle Vorwürfe zurück. Und davon gibt es jede Menge: Dumpinglöhne von windigen Leiharbeitsfirmen, geheimes Umverpacken von chinesischen Masken. Die WKStA ermittelt wegen des Verdachts des schweren Betrugs und organisierter Schwarzarbeit.

Das Image der einstigen Vorzeigefirma, die Palmers und Lenzing in kürzester Zeit zu Beginn der Pandemie gründeten, ist dahin. Doch mit Hygiene Austria habe Palmers nichts mehr zu tun, sagte Ralph Hofmann, Marketingdirektor des Wäschehändlers. Hygiene Austria sei ein ganz anderes Unternehmen.

Dabei ist die Wiener Adresse genau dieselbe. Palmers wie Hygiene Austria sitzen im Ares Tower, Donau-City-Straße 11. Palmers ist zu 100 Prozent Eigentümer der Hygiene Austria. Doch die Gesellschaft ist de facto nur noch eine leere Hülle. Daher dürfte am Ende der Steuerzahler für die Schäden zur Kassa gebeten werden.

Aber von vorn: Nach der Hausdurchsuchung bei Hygiene Austria Anfang März kam es zum Bruch zwischen Lenzing und Palmers. Der Faserkonzern zog zuerst seine Manager ab und verkaufte dann seinen Anteil von 50,1 Prozent an Palmers. Dafür erhielt Lenzing einen Euro und einen sogenannten Earn-out-Betrag. Das bedeutet, dass dieser Anteil des Kaufpreises zu einem späteren Zeitpunkt erfolgsabhängig bezahlt wird. Hier werden laut Abtretungsvertrag 17 Prozent des Umsatzes jährlich bis Ende 2025 an Lenzing fällig – maximal jedoch 3,6 Millionen Euro.
Im vergangenen Jahr, also in den acht Monaten nach der Gründung, machte Hygiene Austria einen Umsatz von 19 Mio. Euro und einen Gewinn von 5,7 Mio. Euro. Heuer dürfte es weniger werden. Hygiene Austria selbst sagt, sie würde noch Masken verkaufen.