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Analyse

Die rätselhafte Papst-Reise in die Slowakei

„Willkommen, Papst!“ steht auf dieser Wand in der großen Roma-Siedlung Lunik IX, die Franziskus am Dienstag besuchen will.
„Willkommen, Papst!“ steht auf dieser Wand in der großen Roma-Siedlung Lunik IX, die Franziskus am Dienstag besuchen will.APA/AFP/VLADIMIR SIMICEK
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Franziskus' dreitägiger Besuch, der am Sonntag beginnt, findet in einem Land statt, dessen Klerus ihm nicht sehr
wohlgesinnt ist.

Warum kommt er eigentlich? Interessanterweise ist das eine der ersten Fragen, die man sich derzeit in der Slowakei stellt. Papst Franziskus trifft am Sonntag nach einer Stippvisite zum Abschluss des Eucharistie-Kongresses in Budapest zu einem dreitägigen Besuch in Bratislava ein.
Die Frage nach dem Warum, bei aller Vorfreude vieler Katholiken, ergibt sich etwa daraus, dass der slowakische Klerus Probleme mit Franziskus hat – und weil der Besuch weniger auf einer Einladung als auf einer Initiative des Vatikans fußt. Wieso Franziskus also gerade jetzt kommt, darüber rätsle man schon, sagt der frühere Dissident und spätere Parlamentspräsident František Mikloško zur „Presse“. „Es ist eigentlich gut, dass wir nicht wirklich wissen, warum. Gerade weil er uns das nicht im Voraus mitgeteilt hat, sind wir aufgefordert, umso genauer zuzuhören, was er uns zu sagen hat.“

Mikloško ist einer der prominentesten Katholiken der Slowakei. Unter dem KP-Regime war er Symbolfigur des katholischen Untergrunds und organisierte 1988 die „Kerzendemonstration“ Tausender Christen in Bratislava. Obwohl er durchaus konservative Positionen etwa in Abtreibungsthemen vertritt, äußert er sich seit Jahren kritisch zur slowakischen Amtskirche.