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Spiegelschrift

„Kurz muss weg“ und bleibt: Die Historie steht schon

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Der Nahkampf der Opposition gegen die Regierung hat sich über Sommer gemäßigt. Die Urlaubsruhe wird nicht lang dauern.

Die temporäre Windstille hat auch damit zu tun, dass sich keine der regierungsfeindlichen Parteien Vorteile aus einer vorverlegten Nationalratswahl erhoffen kann. Solche sind ihnen auch im Jahr 2019 nicht in den Schoß gefallen. Dass SPÖ und FPÖ damals die Regierung Sebastian Kurz stürzten (ihr dritter Kumpel war die Kleinstpartei Jetzt von Peter Pilz und flog aus dem Parlament), erwies sich als Eigentor. Die Türkisen rechnen seither damit, dass sie die stärkste Partei bleiben werden.

Leserbriefe drücken etliche Male Unmut wegen einer schwankenden Linie der „Presse“ aus. Aber in der Redaktion jeder Tageszeitung ist kein heutiger Tag so wie der gestrige, die bunten Kurven des Blutdruckmessers oder eines Luftdruckbarometers können mitunter vernebeln, wo der geistige Standpunkt dieser Zeitung sein sollte. Aber es gibt auch Gegenteiliges vorzuweisen: Im Monat August springt der „Presse am Sonntag“ ins Auge, dass die ÖVP ihre stabile Realität auf dem 39. Parteitag wie in einem Schaufenster ausstellt. Sie serviert das lückenlose Zusammenstehen aller ihrer Macher in Bund und Ländern. Da bringt ein Vergleich mit der zerfransten Sozialdemokratie oder mit der nach dem Ibiza-Absturz umgebauten FPÖ-Führung nichts, was diese zwei Parteien ermuntern würde. Als Ersatz mischte sich der freiheitliche Spitzenmann, Herbert Kickl, wie ein lebendiger Fliegenfänger unter demonstrierende Impfgegner, um in dieser versprengten Geisteswelt für seine Partei zu werben.