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Literatur

Böse Taten bedürfen (k)eines Teufels

Mit allen Wassern gewaschen: Der britische Autor Stuart Turton sieht selbst ein wenig wie ein Seemann aus.
Mit allen Wassern gewaschen: Der britische Autor Stuart Turton sieht selbst ein wenig wie ein Seemann aus.Maresa Manara
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Stuart Turtons „Der Tod und das dunkle Meer“ lässt sich keinem Genre eindeutig zuordnen. Zu täuschen und zu verwirren macht dem Autor erkennbar Spaß – noch mehr aber dem Leser.

In „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ kombinierte der britische Autor Stuart Turton das beliebte Genre des Whodunit mit dem „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Prinzip. Hauptfigur Aiden Bishop, Gast eines Maskenballs, durchlebt darin immer wieder denselben Tag in einer Endlosschleife – allerdings jeweils im Körper eines anderen Gastes und mit der Aufgabe, den mysteriösen Tod der Tochter des Hauses, Evelyn Hardcastle, aufzuklären.

Ausgefeilte Täuschung und Verwirrung der Leser kann man getrost als Turtons Markenzeichen bezeichnen. Denn auch in „Der Tod und das dunkle Meer“ ist der Brite diesem Erfolgsrezept treu geblieben. Zwar hat er diesmal die Handlung in das Jahr 1634 zurückverlegt und auf ein Schiff der Ostindien-Kompanie, die Saardam, verfrachtet. Doch erneut führt Stuart Turton den Leser an der Nase herum. Noch ehe Detektiv und Diebesfänger Samuel Pipps und sein treuer Begleiter Arent Hayes das von Indonesien nach Amsterdam fahrende Schiff betreten, spricht ein todgeweihter Mann in Lumpen, dem die Zunge herausgeschnitten wurde (!), eine dunkle Prophezeiung aus, ehe er in Flammen aufgeht. Schnell ist klar, hier hat der Teufel seine Finger im Spiel, der sich als „Alter Tom“ getarnt an Bord des Schiffes befinden soll.