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Ausstellung

Leopold Museum: Der diskrete Nervenkitzel des Stängelglases

Was sahen diese „Mädchen am Fenster“ 1939 wohl? Der in Berlin lebende Maler Karl Hofer galt den Nazis als „entartet“, seine Kunst wirkt heute teils prophetisch.(c) Manfred Tumberger, Bildrecht, Wien 2021
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Für diese Ausstellung wurde eine Badener Villa nahezu ausgeräumt: Die „Sammlung Schedlmayer“ umfasst neben Kunsthandwerk von Otto Prutscher bisher weniger bekannte Bilder – viele Akte, viele Bilder von Malerinnen.

Trinken als Gefahr, davor sollte man hinreichend gewarnt sein. Aber dass auch schon das Nippen an Hochprozentigerem seinen Nervenkitzel entfalten kann, dessen wird man sich erst bewusst, steht man vor den Vitrinen der neuen Sonderausstellung im Leopold Museum: Zum Zerbrechen zart ziehen sich hier die Stiele dieser bunten Wein-, Likör- oder Champagnergläser in die Höhe, optisch sogar noch in sich unterbrochen durch ein Würfelmuster aus transparenten und gefärbten Elementen – der Thrill eines Stängelglases von Otto Prutscher, das absolute Signaturstück dieses vergleichsweise weniger bekannten Vielgestalters Wiens um 1900, schwer gefragt am Kunstmarkt. 14.500 Euro hat eines im Dorotheum vor einigen Jahren schon erzielt.