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Übernahmeangebot

Vonovia will Deutsche Wohnen - auch ohne Bedingungen

Vonovia-Chef Rolf Buch will sich Deutsche Wohnen einverleiben
Vonovia-Chef Rolf Buch will sich Deutsche Wohnen einverleibenREUTERS
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Der größte deutsche Wohnungskonzern streicht bei Angebot fü+r Konkurrenten die Mindestannahmeschwelle. Das Übernahmeangebot verlängert sich somit bis 4. Oktober. Die Transaktion könne nicht mehr an Bedingungen scheitern, sagt der Vonovia-Chef.

Der deutsche Wohnungskonzern Vonovia will bei seinem erneuten Griff nach dem Konkurrenten Deutsche Wohnen nicht wieder scheitern. Vonovia-Chef Rolf Buch wirft deshalb die bisher angestrebte Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien über Bord, wie Vonovia am Montag mitteilte. "Die Transaktion kann nicht mehr an Bedingungen scheitern", sagte Buch.

Nun können die Bochumer länger Aktien einsammeln und sich künftig das Sagen bei den Berlinern sichern - auch wenn der Konzern im aktuellen Anlauf unter den ursprünglich angestrebten 50 Prozent der Aktien bleiben sollte. Der Konzern hat sich nach eigenen Angaben bereits mehr als 40 Prozent an dem Berliner Konkurrenten gesichert.

"Vonovia verzichtet beim freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot für die Aktien der Deutsche Wohnen auf alle Angebotsbedingungen", teilte Vonovia mit. Damit entfalle auch die Mindestannahmeschwelle. Durch den Verzicht verlängert sich die ursprünglich am 20. September 2021 auslaufende Annahmefrist um zwei Wochen und wird nun am 4. Oktober 2021 enden. Die Deutsche Wohnen-Aktionäre haben also mehr Zeit, die Anteilsscheine anzudienen. Zudem haben die beiden Konzerne vereinbart, dass die Deutsche Wohnen eigene Aktien im Falle einer Streichung der Mindestannahmeschwelle an Vonovia verkauft. Knapp ein Prozent der Anteilsscheine fällt damit an die Bochumer. Weitere 5,17 Prozent sollen Vonovia aus einer Barkapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss zukommen.

Die Bochumer halten zudem bereits knapp 30 Prozent der Deutsche-Wohnen-Anteile, weitere rund vier Prozent sind ihnen bis Freitagabend im Rahmen des Übernahmeofferts angedient worden. Vonovia habe zudem Verträge mit Investoren über den Erwerb von rund sechs Prozent der ausstehenden Aktien geschlossen, teilten die Bochumer am Abend mit. Der Konzern habe sich damit schon zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 40 Prozent der Anteile gesichert.

Buch hat also schon den Griff um die Berliner gefestigt und kann sich einer Mehrheit bei den Hauptversammlungen der Deutsche Wohnen bereits sicher sein. Zudem kann Vonovia weitere Aktien über den Markt kaufen. "Wir gehen (..) weiterhin davon aus, dass wir über die 50 Prozent kommen werden", sagte Buch. Dividenden soll die Deutsche Wohnen dann auf absehbare Zeit nicht mehr zahlen, bekräftigte er. Denn bei der Deutschen Wohnen stehen große Investitionen an, etwa für die energetische Sanierung von Gebäuden.

Vonovia bietet 53 Euro für jede Aktie des Berliner Konkurrenten. Der letzte Übernahme-Versuch der Bochumer war Ende Juli gescheitert, weil sie damals die 50-Prozent-Schwelle verfehlt hatten. Diese Hürde haben sie für ihr neues Offert nun beiseite geräumt.

Den beiden im deutschen Leitindex Dax gelisteten Immobilienriesen gehören zusammen 550.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, der größte Teil davon in Deutschland. In Österreich gehören die Buwog und conwert zu Vonovia.

Der öffentlichen Hand wollen Vonovia und Deutsche Wohnen etwa 20.000 seiner rund 150.000 Einheiten in Berlin zum Kauf anbieten. Für 14.000 Wohnungen in der deutschen Hauptstadt gebe es bereits eine Übereinkunft, sagte Buch.

(APA/Reuters)