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Berlin-Briefing

Warum die deutsche Linke "mehr Österreich" wagen will

THEMENBILD PENSIONISTEN ZUR PENSIONSSREFORM
Für die Linkspartei war Österreich schon immer ein Alpenparadies für Rentner vulgo Pensionisten.APA
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Warum der österreichische Pensionist und Mieter im deutschen Wahlkampf  auftaucht - und manche in der „Alpenrepublik“ ein Paradies für den Ruhestand wähnen. Und welcher andere Österreicher diesen deutschen Wahlkampf geprägt hat. Das Berlin-Briefing.

Die Distanz zwischen Berlin und Wien ist in der Pandemie gefühlt größer geworden. Flüge zwischen den beiden Städten, die früher zum Spottpreis von 50, 60 Euro angeboten wurden, kosten heute oft 300 Euro und mehr. Für ein Wochenende nach Berlin zu jetten, ist ein teures Vergnügen. Aber auch politisch waren sich Österreich und Deutschland schon näher, was hinter vorgehaltener Hand auch eingeräumt wird.

Das Interesse an Schützenhilfe heimischer Politiker im Wahlkampf der deutschen Schwesterparteien hält sich bisher in Grenzen. Auch Sebastian Kurz, Wahlsieger 2017 und 2019, hatte, abgesehen von einer Pressekonferenz mit Armin Laschet am Rande einer EVP-Klausur, keinen physischen Auftritt in diesem Wahlkampf und es ist auch keiner geplant, wie es heißt. Bei der Bayern-Wahl 2018 war das noch anders. Da wurde Kurz gewissermaßen als CSU-Stargast im Wahlkampffinale angekündigt.

Wobei selten zuvor ein Österreicher in einem deutschen Wahlkampf eine so prominente Rolle gespielt hat wie diesmal. Nur, dass der Mann kein Politiker ist. Mit seinen Veröffentlichungen zu Annalena Baerbocks auffrisiertem Lebenslauf und den Plagiaten in ihrem Buch hat der Salzburger Plagiatsforscher Stefan Weber diesem Wahlkampf die erste Wende gegeben. Von den beiden Affären und dem teils stümperhaften Krisenmanagement hat sich die Kampagne der grünen Kanzlerkandidatin nie vollständig erholt.