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Studie

Die Emissionen der Fleisch-Industrie sind größer als bisher angenommen

Rinder werden auf den Markt in Buenos Aires, Argentinien, getrieben.
Rinder werden auf den Markt in Buenos Aires, Argentinien, getrieben.APA/AFP/RONALDO SCHEMIDT
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Die Fleischproduktion ist Verursacher von 28 Mal so viel Emissionen wie der Anbau von Pflanzen, berechnet eine US-Studie. Außerdem werden viele Felder lediglich angebaut, um Tiere damit zu füttern, die geschlachtet werden sollen.

Wie groß ist der persönliche ökologische Fußabdruck? Und: Um wie viel wird er kleiner, wenn man auf Fleisch verzichtet? eine neue Studie der Universität Illinois sagt: um einiges mehr, als bisher vermutet. Die Forscher wollten die Klima-Schädlichkeit der Fleisch-Industrie genauer beziffern.

Die Ausgangssituation: Die globale Lebensmittelproduktion ist verantwortlich für ein Drittel der Treibhausgase, die der Mensch auf unserem Planeten ausstößt. Das Halten von Tieren zum Zweck der Ernährung macht dabei die doppelte Menge aus als die Luftverschmutzung bei der Produktion von pflanzenbasierten Lebensmitteln.

Das gesamte System der Lebensmittelproduktion verursache 17,3 Milliarden Tonnen an Treibhausgasen. „Die Emissionen sind am höheren Ende von dem, was wir erwartet haben, es war ein wenig eine Überraschung“, sagte Atul Jain, ein Klima-Wissenschaftler der Universtität von Illionis und Co-Author der Studie, die in „Nature  Food“ veröffentlicht wurde. „Diese Studie zeigt den gesamten Kreislauf des Lebensmittelproduktions-Systems, und die Politik möge die Ergebnisse dazu verwenden, darüber nachzudenken, wie man Treibhausgas-Emissionen kontrollieren kann“, so Jain gegenüber der britischen Zeitung „The Guardian“.

Rindfleisch ist der größte Emissions-Treiber

Die Rindfleischzucht alleine macht ein Viertel der Treibhausgase aus, die bei der Lebensmittelerzeugung anfallen. Generell brauche die Tierzucht viel Land, was oft wiederum mit dem Verschwinden von Waldflächen einhergeht. Und: Vieh braucht Nahrung, die wiederum auf Feldern angebaut wird, die ansonsten der Ernährung der Bevölkerung weltweit zur Verfügung stünde. Die Studie errechnet, dass der Großteil der weltweiten Anbauflächen der Viehzucht zugute kommt - und nicht direkt den Menschen.

„Alle diese Dinge kombiniert, ergeben sehr große Emissionen“, erklärt Xioaming Xu, der Hauptauthor der Studie. „Um mehr Fleisch zu produzieren, muss man die Tiere auch mehr füttern, was wiederum mehr Emissionen generiert. Man braucht mehr Biomasse, um die Tiere zu füttern, um wiederum dieselbe Menge an Kalorien zu bekommen. Das ist nicht sehr effizient“.

Die Forscher errechneten die Menge der Emissionen von 171 Nutzpflanzen und 16 tierischen Produkten und verwendeten dabei Daten aus 200 Ländern. Ein weiterer Vergleich aus der Studie: Um ein Kilogramm Weizen zu produzieren, werden 2,5 Kilo Treibhausgase in die Luft ausgestoßen. Ein Kilo Rindfleisch bringt 70 Kilogramm Treibhausgase mit sich. Und dieser drastische Unterschied müsse der Gesellschaft bewusst werden, mahnen die Forscher.

>> Der Artikel im „Guardian"

>> Die veröffentlichte Studie in „Nature Food"

(Red.)