Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Quergeschrieben

„Was er sucht, ist Freiheit, die so teuer ist“ (Purgatorio 1, 69)

Ein paar unzeitgemäße Bemerkungen über den Wert des Friedens und der Freiheit anlässlich des 700. Todestages des Dichters Dante Alighieri.

In den frühen Morgenstunden des 14. September 1321, dem Fest der Kreuzerhöhung, brach Dante in Ravenna, der Endstation seines zwei Jahrzehnte währenden Exils, zu seiner letzten Reise auf. Vielleicht versetzte ihn der Tod in einen Seinszustand, der es ihm erlaubte, die jenseitige Welt mit jener zu vergleichen, die er zu Lebzeiten in der Göttlichen Komödie als moralisch geordnetes Abbild der irdischen imaginiert hatte. Wenn ja, dann dürfte der Dichter wohl weder in der ewigen Verdammnis noch in der ewigen Seligkeit aufgewacht sein, sondern heiter gestimmt an der Schwelle zu jenem Zwischenreich, „in dem die menschliche Seele sich läutert und würdig wird, zum Himmel aufzusteigen“ (Purgatorio 1, 6).