Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

ORF-Direktoren: Vor der Abstimmung noch kritische Töne

Roland Weißmann legt am Donnerstag sein Team dem Stiftungsrat zur Abstimmung vor.
Roland Weißmann legt am Donnerstag sein Team dem Stiftungsrat zur Abstimmung vor.imago images/SEPA.Media
  • Drucken

Ein Offener Brief, der nie abgeschickt wurde. Kritik am Führungsverhalten. Der Stil der Landesdirektoren Klement und Bernhard wird auf den letzten Metern Thema.

Die Bestellung der künftigen ORF-Direktoren wird auf den letzten Metern von einigen kritischen Tönen begleitet. Im Fokus stehen dabei die Landesstudios Vorarlberg und Kärnten. Deren Direktoren Markus Klement sowie Karin Bernhard stehen wegen ihres Führungsstils in der Kritik. Beide haben sich für eine Verlängerung ihres Postens beworben, diese dürften sie dem Vernehmen nach auch bekommen.

"Auf mich sind Frauen aus Vorarlberg zugekommen, denen es unter der Führung von Klement nicht gut geht - später auch Kollegen. Sie wollen ihre Namen nicht nennen, weil sie solche Angst haben. Das finde ich erschreckend und traurig, wenn sich so viele Leute davor fürchten, geschnitten oder gemobbt zu werden", sagte Christiana Jankovics, Vorsitzende der ORF-Gleichstellungskommission. Mitarbeitende des ORF-Vorarlberg verfassten laut "Vorarlberger Nachrichten" einen Leserbrief, der aber nie abgeschickt wurde. Darin ist von Bedrohungen, schikanösen Diensteinteilungen, fehlender Gesprächs- und Evaluierungskultur oder auch einer umstrittenen Entlassung eines Redakteurs die Rede.

Die Vorwürfe gegen den ORF-Landeschef sind nicht neu. Jankovics stimmte bereits 2016 in ihrer Funktion als vom Zentralbetriebsrat entsandter Stiftungsrätin nicht für das damalige Landesdirektorenpaket mit Klement. "Das Problem hat sich seitdem verschärft. Daher werde ich auch diesmal nicht für das Landesdirektorenpaket stimmen", kündigte Jankovics an. "Ich habe nur eine Stimme, das ist kein großes Druckmittel, aber ich möchte aufzeigen, dass Handlungsbedarf besteht."

"Was passiert, hat Herr Weißmann in der Hand"

Mit weiteren Zentralbetriebsräten will sie in dieser Angelegenheit noch sprechen. Der designierte ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, der am Donnerstag sein Team dem Stiftungsrat zur Abstimmung vorlegt, weiß Bescheid. "Was passiert, hat Herr Weißmann in der Hand", so Jankovics, die auch von ORF-Mitarbeitern bezüglich Kritik an Kärnten-Landeschefin Bernhard aufgesucht wurde. Auch hier bestehe Handlungsbedarf, meinte die Vorsitzende der ORF-Gleichstellungskommission. Für das südliche Bundesland wurde daher auch der amtierende ORF-Technikdirektor Michael Götzhaber ins Spiel für den Direktorenposten gebracht. Bernhard dürfte jedoch wie Klement verlängert werden.

Wer in den übrigen Ländern zum Zug kommen dürfte

Im Burgenland deutet mittlerweile ebenfalls alles auf eine Verlängerung des amtierenden Landesdirektors Werner Herics hin. Im Tiroler Landesstudio, das in den vergangenen Jahren durch interne Streitigkeiten auffiel, kommt es dagegen voraussichtlich zu einem Wechsel. Dessen Landesdirektor Robert Unterweger dürfte von Esther Mitterstieler abgelöst werden. In Wien darf offenbar Edgar Weinzettl mit dem heiß begehrten Direktorenposten rechnen. Als fix gelten die Bestellung von Robert Ziegler in Niederösterreich, Klaus Obereder in Oberösterreich, Gerhard Koch in der Steiermark sowie Waltraud Langer in Salzburg.

Die vier zentralen Direktoren

Auch hinsichtlich der vier zentralen Direktorenposten dürfte es aller Voraussicht nach zu keinen Überraschungen kommen. ORF III-Geschäftsführerin Eva Schindlauer dürfte Finanzdirektorin werden. Als Favoritin für die Programmdirektion gilt Puls 4-Senderchefin Stefanie Groiss-Horowitz. Die Radiodirektion soll ORF III-Chefredakteurin Ingrid Thurnher übernehmen. GIS-Chef Harald Kräuter wird als künftiger Technikdirektor gehandelt. Bei den zentralen Direktorenposten zeichnet sich damit eine Erhöhung des Frauenanteils von derzeit 50 auf 75 Prozent ab.

 

(APA)