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Einspruch

Ich will nicht sehen, wer geimpft ist und wer ungeimpft

Gleich-Gültigkeit im öffentlichen Raum ist ein hohes Gut.(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
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Schon allein die österreichische Geschichte sollte ideologisch und emotional aufgeladene Kennzeichnungen von Menschen im öffentlichen Raum verbieten. Hätte ich gedacht. Vor der neuen Maskenverordnung.

Es gibt unzählige Dinge, die ich meinen Mitmenschen auf der Straße nicht ansehen will: Ich will nicht sehen, wer Flugangst hat und wer nicht, wer auf Homöopathie schwört und wer ihre Verfechter für Idioten hält, wer an Wiedergeburt glaubt, Atheist ist oder Fundamentalist, wer gut Müll trennt oder schlecht, wer Vegetarier, Veganer und wer Fleischtiger ist. Und ich bin froh, dass jeder sich in der Öffentlichkeit anziehen darf, wie er will, statt dass uns eine Obrigkeit wie früher je nach Stand die Kleiderordnung vorschreibt.

Genauso wenig will ich meinen Mitmenschen beim Einkaufen oder im Theater ansehen, ob sie geimpft sind oder nicht. In einem Klima, in dem die Frage „geimpft oder ungeimpft“ nicht vergleichbar ist mit der Frage, ob jemand Ananas mag oder nicht. In einem Klima, in dem Ungeimpfte unter massivem Rechtfertigungsdruck stehen.