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Ölmultis betanken Iran Air nicht mehr, OMV springt ein

(c) AP (Jae C. Hong)
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Iranische Passagierflugzeuge müssen in Wien zum Auftanken zwischenlanden. Der Druck auf den Iran, die waffentauglichen Teile seines Atomprogramms einzustellen, wird größer.

Der Druck auf den Iran, die waffentauglichen Teile seines Atomprogramms einzustellen, wird größer. Denn an der Schraube drehen mittlerweile auch große Ölmultis. Zu spüren bekommen das iranische Fluglinien und deren Passagiere. Internationale Unternehmen wie BP, Shell oder Q8 weigern sich, Maschinen der Iran Air aufzutanken. Sie haben nach Informationen der „Washington Post“ ihre Verträge mit der Luftlinie der Islamischen Republik abrupt beendet. Irans Außenamtssprecher drohte am Dienstag mit Vergeltungsmaßnahmen.

Passagierflugzeuge, die von Amsterdam, London und Stockholm abheben, müssen immer öfter zum Auftanken zwischenlanden, unter anderem auch in Wien. Denn die österreichische OMV ist nach wie vor bereit, iranische Maschinen mit Treibstoff zu befüllen. „Die OMV hat einen aufrechten Vertrag mit Iran Air, Vertragsinterna mit unseren Kunden kommentieren wir grundsätzlich nicht. Die Betankung von Passagierflugzeugen der Iran Air ist im Einklang mit allen bestehenden EU- und UN-Bestimmungen“, sagte Konzernsprecher Pusswald zur „Presse“.

 

EU legt am kommenden Montag nach

Tatsächlich gibt es keinen internationalen Beschluss für ein Auftankverbot. Kommenden Montag wird der EU-Rat jedoch voraussichtlich den Verkauf von Ausrüstung und Schlüsseltechnologien an Irans Öl- und Gasindustrie unterbinden. Schon in Kraft sind andere Teile des Sanktionenpakets wie Einschränkungen für Bankgeschäfte und Einreiseverbote. Abseits der EU-Schiene einigten sich die Ölfirmen Total (Frankreich), Statoil (Norwegen), Eni (Italien) und Shell (Großbritannien) am 30. September in Washington, nicht mehr in Irans Energiesektor zu investieren. OMV hat bereits vor längerer Zeit Pläne zu Erschließung des South-Pars-Erdgasfeldes auf Eis gelegt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2010)