Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Personalwesen

„Post and Pray“ bringt keine Mitarbeiter mehr

Die passenden Mitarbeiter zu finden, ist essenziell für den Erfolg eines Unternehmens.
Die passenden Mitarbeiter zu finden, ist essenziell für den Erfolg eines Unternehmens.[ Getty Images]
  • Drucken

Der Kampf um die besten Mitarbeiter ist in vollem Gange. Dafür sollte man in der HR-Branche gerüstet sein.

Human Ressource-Manager sind für alles zuständig, was mit den Mitarbeitern zu tun hat. Daher ist in diesem Berufsfeld vor allem eines wichtig: Flexibilität. Zum einen im Umgang mit den Menschen im Unternehmen, zum anderen im Umgang mit ihrer persönlichen Qualifikation. Schnelllebigkeit ist die Qualität, die beides bestimmt.

Zum Beispiel im Bereich Rekrutierung: „Über Jahrzehnte war die ,Post and Pray‘-Taktik vor allem in Klein- und Mittelbetrieben eine gängige Praxis, mit einfachen Kanälen wie der Stellenanzeige in der Zeitung. Heute sind mit Internet und sozialen Medien nicht nur die Kanäle komplexer und vielschichtiger geworden“, sagt Markus Kittler, wissenschaftlicher Leiter des Zertifikatslehrgangs Personalmanagement am MCI in Innsbruck. Im Wettbewerb um die aktuell recht begehrte Ressource Mensch würden Unternehmen zunehmend aktiver bei der Mitarbeitersuche und bedienten sich ständig neuer Wege und Medien, um ihren Personalbedarf zu decken. „Wer hier nicht auf dem Laufenden bleibt, hat dann schnell das Nachsehen“, weiß Kittler.

Weiterbildung ist für HR-Manager ein breites Feld, sagt auch Gerald Kolar, Programmleiter des Masterlehrgangs Kommunikations- und Betriebspsychologie an der FHWien der WKW.

Am MCI vermittelt der 16-tägige Zertifikatslehrgang Personalmanagement die Kompetenzen, die man für schärferen Wettbewerb, geänderte Bedürfnisse und zunehmende Globalisierung braucht.

 

Skepsis gegenüber Technologie

Hier gibt es auch unerwartete Hürden: „Wenn ich beispielsweise in Praxisseminaren beim Thema Personalbeschaffung über die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz spreche, spüre ich oft eine über gesunde Skepsis hinausgehende kognitive Blockade gegenüber neuen Wegen in der Personalauswahl“, sagt Kittler. Erklärbar sei dieses Verhalten eventuell mit der Angst, „dass technologische Entwicklungen die eigene Expertise ersetzen und den eigenen Job künftig – zumindest in Teilen – überflüssig machen könnten. Diesen Vorbehalten sollte aktiv begegnet werden.“ Das Masterstudium an der FHWien der WKW setzt ebenfalls auf Human-Computer-Interaction und beschäftigt sich etwa im Rahmen der Ingenieurspsychologie mit dem Zusammenspiel Mensch-Maschine. Aber auch betriebliches Gesundheitsmanagement ist Thema: „Der ganzheitliche Blick im Bereich des psychologischen Managements und der Entwicklung von Betrieben ist Bestandteil des Studienplans.“

 

Teamwork und Diversity

HR-Manager sind in der Unternehmensstruktur wesentliche Akteure im Diversity-Feld. Sie haben es mit Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Herkunft, Gesundheit und mit verschiedenen Kompetenzen zu tun, sprich mit sozio-kultureller Vielfalt. „Sie sehen sich als ,Ermöglicher‘, die Eigenverantwortung, Teamwork und Vielfalt fördern. Zudem sind sie offen für die durch die digitale Transformation ausgelösten Herausforderungen und Chancen“, sagt Edmund Panzenböck, Leiter des Masterlehrgangs Personalmanagement und Kompetenzentwicklung mit neuen Medien an der Donauuniversität Krems. Hier erarbeiten Studierende anhand komplexer Aufgabenstellungen kollaborativ praxisnahe Konzepte des Personal-, Diversity- und Kompetenzmanagements. Kooperation und Kommunikation in virtuellen und interkulturellen Teams finden in den Lernprozessen statt.

Wer weniger als vier Semester in seine HR-Fortbildung investieren möchte, kann das auch in kürzeren Einheiten an der Donauuni tun. Sie bietet den zweisemestrigen Zertifikatslehrgang Advanced Human Resource Management an, der zu einem Großteil den Präsenzmodulen des Masterlehrgangs Personalmanagement, Führung und Organisation beziehungsweise der Vertiefung HRM des Professional MBA entspricht. Zudem kann man sich in sieben Tagen das Universitätszertifikat „Richtig gut kommunizieren“ erarbeiten. Und ein zweitägiges Seminar führt in das Thema „New Work“ ein.

 

Ganzes Unternehmen im Blick

Idealerweise verfügt ein guter HR-Manager über ganzheitliches Denken und richtet seine Handlungen an der Unternehmensstrategie aus. Das will auch das österreichische Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitszentrum mit unterschiedlichen Formaten unterstützen.

Der Lehrgang HR Business-Partner beispielsweise bereitet auf die Rolle als strategischer Partner zwischen Management und Senior-Management vor. Der Lehrgang Recruiting soll dabei unterstützen, schneller und einfacher die geeigneten Mitarbeiter zu finden. Und zum geprüften Personalentwickler wird man in neun Schritten des Diplomlehrgangs, dessen Module auch einzeln gebucht werden können. „Methodenkompetenz in der Personalentwicklung, im Recruiting aber auch in der Moderation von Change-Prozessen werden künftig immer stärker nachgefragt werden. Noch deutlicher wird vertieftes Wissen um Controlling und Big Data für HR relevant werden“, sagt Geschäftsführer Armand Kaáli-Nagy.

Eine weitere Möglichkeit, sich im HR-Umfeld fortzubilden, bietet der neue Leadership 4.0-Lehrgang am Institut für Management. Für HR-Führungskräfte stehen darin Themen wie Psychologie als Wirtschaftsfaktor, Kultur und Arbeit und Coaching on the Job auf dem Lehrplan. Die fünf Module wollen mit dem vermittelten Leadership-Dossier eine Basis für individualisiertes Führen auf neurowissenschaftlicher Basis schaffen.

Web: www.ifm.ac.at, www.opwz.com

 

www.donau-uni.ac.at, www.fh-wien.ac.at

 

www.mci.edu

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2021)