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Interview

„Sie haben den falschen Kandidaten aufgestellt“

Politberater Frank Stauss über die Umfragewerte von Laschet und Scholz: „Ich habe solche Abstände noch nie gesehen.“(c) REUTERS (THILO SCHMUELGEN)
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Politberater Frank Stauss erklärt, warum Armin Laschet die falsche Wahl war und Dirty Campaigning im Wahlkampf nicht funktioniert: „Polarisierung finden die Deutschen abschreckend.“

Die Presse: Die SPD hat in den vergangenen Wochen die Union überholt, womit niemand gerechnet hat. Was war der Kardinalfehler der Union?

Frank Stauss: Dass sie den falschen Kandidaten aufgestellt hat. Der Favorit der CDU/CSU-Anhänger war eindeutig Markus Söder. Das geht so weit, dass es viele Konservative Armin Laschet persönlich übel nehmen, dass er und nicht Söder der Kandidat ist, und deshalb nicht mehr Union wählen wollen.

Wobei die Union auch unter Laschet Anfang Juli noch fast doppelt so stark war wie die SPD.

Ja, es gab eine kurze Erholungsphase. Aber Laschet kannte man damals im Großteil des Landes noch nicht. Er hatte sich zuvor in Nordrhein-Westfalen als gutmütig-onkeliger Ministerpräsident der Mitte positioniert. Aber im Rest der Republik war er als Kandidat undefiniert. Und dann ...

... kam Laschets Lachen im Flutgebiet. In jedem Gespräch mit Bürgern hört man das einmal. Ist es wirklich so einfach: einmal gelacht und abgeschrieben?