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Gastkommentar

Eine Dosis Kaufkraft für die Wirtschaft

Inflationsrisiken gibt es immer. Sie taugen diesmal aber nicht als Argument gegen Lohnerhöhungen.

Die Herbstlohnrunde hat begonnen: Wirtschaftskammer und Gewerkschaften verhandeln wieder über höhere Löhne. Pünktlich wie das Amen im Gebet warnen manche wirtschaftsliberalen Ökonominnen und Ökonomen vor einer Lohn-Preis-Spirale. Sie beschwören die Angst vor einer hausgemachten höheren Teuerung herauf, nennen die 1970er-Jahre mit hohen Inflationsraten als Gottseibeiuns. Die Botschaft: Die Sozialpartner mögen sich mit Lohnerhöhungen zurückhalten, sonst drohe Unheil.

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Heuer kann man getrost Entwarnung geben: Die Teuerung im Vorjahr – Grundlage der Lohnverhandlungen der Sozialpartner – beträgt durchschnittlich 1,9 Prozent. Das liegt sogar noch unter dem Zielwert für die Inflation der europäischen Zentralbank. Damit lässt sich keine Spirale drehen, nicht einmal eine kleine. Das Verhandlungsergebnis dürfte zwar etwas höher ausfallen – eine „spürbare Lohnerhöhung über der Inflationsrate“ fordert die Metallergewerkschaft. Leistbar ist das allemal. Denn ein erstes fulminantes Comeback der Wirtschaft ist gelungen. Vergleicht man wöchentliche Werte, produziert die österreichische Volkswirtschaft schon mehr als vor der Krise. Die Industrie ist längst weit darüber hinaus und boomt.