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FPÖ

Antikörpertest "zu wenig": ÖVP fordert von Kickl Bestätigung durch Spital

Herbert Kickl präsentierte einen Laborbefund.
Herbert Kickl präsentierte einen Laborbefund.(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)
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Der FPÖ-Chef legte einen Laborbefund vor, um zu beweisen, dass er nicht gegen Corona geimpft sei. Er ortet eine Schmutzkübelkampagne. Vizekanzler Kogler wiederum bezeichnet „diesen Vorgang" als „krank“.

„Ich habe bewiesen, dass ich die Wahrheit gesagt habe.“ So das Fazit der „persönlichen Erklärung“, die FPÖ-Chef Herbert Kickl am Freitag abgab. Dabei legte er einen Laborbefund vor, wonach er „keinerlei Antikörperbildung“ gegen Covid-19 aufweise, es somit keinen Hinweis auf eine Impfung oder auf Kontakt mit dem Coronavirus gebe. Ein Einspiel-Filmchen zeigte die Blutabnahme, die der Internist (und frühere Politiker) Marcus Franz durchführte.

Hintergrund: Kickl hat den PR-Berater und Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam auf Unterlassung, Widerruf und Veröffentlichung geklagt. Rosam hatte gegenüber dem Sender oe24.at von angeblichen Gerüchten gesprochen, wonach Kickl entgegen seinen Angaben gegen COVID-19 geimpft sei. Der FPÖ-Chef sieht darin ehrenrührige und kreditschädigende Aussagen.

„Frontalangriff gegen Glaubwürdigkeit"

Der "Herr aus dem Umfeld der türkisen ÖVP-Familie“ führe eine Schmutzkübelkampagne gegen ihn an, sagte Kickl am Freitag. ÖVP-Klubobmann August Wöginger habe diese unterstützt, indem er ihn aufforderte, einen negativen Antikörpertest vorzuweisen. Es gehe dabei nur vordergründig um die Frage, ob er geimpft sei, „sondern darum, ob ich die Bevölkerung belogen habe oder ob ich die Wahrheit gesagt habe." Die Aussagen seien ein Frontalangriff gegen Kickls Glaubwürdigkeit, daher sei die „persönliche Erklärung“ notwendig gewesen, obwohl es hier um persönliche Gesundheitsdaten gehe: „Die Bürger sollen wissen, dass sie mir vertrauen können."

Einmal mehr setzte Kickl auch zu einem Rundumschlag gegen die österreichische Corona-Politik an: Alle anderen Parteien würden versuchen, ein „Corona-Kastenwesen" zu errichten. Die Umgeimpften seien dabei die niedrigste Kaste. Der FPÖ-Chef ortet eine „totalitäre Entwicklung“, in die man nicht "wie die Schafe“ hineinrennen solle.

ÖVP: "Schlicht zu wenig"

Der ÖVP reicht Kickls Laborbefund nicht: Generalsekretär Axel Melchior forderte in einer Aussendung eine eidesstattliche Erklärung und eine Bestätigung durch ein öffentliches Spital und einen Notar. „Irgendein Antikörper-Nachweis" sei „schlicht zu wenig". Kickls "verzweifelte Attacken" auf die Volkspartei wertete Melchior als Beleg für dessen "tief gekränkte Eitelkeit" sowie dessen "stark ausgeprägten Hass auf die Volkspartei".

Rosam regaierte via Twitter ebenfalls: "Ok, nun wissen wir es. Kickl ist nicht geimpft. Viel Show um ein Gerücht." Zudem ortete Rosam "viele Untergriffe", die er nicht weiter kommentieren wolle. "Irgendwie fragt man sich, ob wir keine anderen Sorgen haben, aber es sind Wahlen. Und da wird vieles irrational", so Rosam.

Auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) meldete sich zu Wort. Er sprach gegenüber Puls 24 von einem „kranken Prinzip“: „Wenn man extra stolz darauf ist, ungeimpft zu sein, und was es umgekehrt für eine Schande sein soll, geimpft zu sein. Ich halte diesen Vorgang für krank." In Oberösterreich, wo am Sonntag ein neuer Landtag gewählt wird, gebe es genau dort, „wo die Blauen entsprechend hineinfuhrwerken“, die niedrigsten Impfquoten und die höchsten Infektionszahlen". Dies spreche für sich. Kogler: „Ich halte das für verantwortungslos."

Aufregung im Vorfeld

Die Ankündigung von Kickls Pressekonferenz hatte im Vorfeld wegen des Titels „persönliche Erklärung“ für Aufregung in sozialen Medien und dem Boulevard geführt - in jüngster Vergangenheit bedeutete diese Überschrift in der Regel einen Politiker-Rücktritt.

(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)

(kron)