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Warnung vor Felssturz

Schlafende Sensoren spielen Schutzengel für Bergdörfer

Die klettererfahrenen Forscher um Jan Beutel sammeln am Matterhorn seit 2008 Daten.
Die klettererfahrenen Forscher um Jan Beutel sammeln am Matterhorn seit 2008 Daten.PermaSense Project
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Innsbrucker Forscher tüfteln an intelligenten Sensoren, die nur im Ernstfall Daten schicken, um Menschen in Siedlungsgebieten vor Felsstürzen zu warnen. Das Team um Informatiker Jan Beutel entwickelt diese aufbauend auf ein am Matterhorn erprobtes Sensornetzwerk.

Am Anfang stand die gar nicht so einfache Suche nach konkreten Anwendungen für seine Forschung zu Sensornetzwerken. Die Suche führte ihn in die Berge. „Wir hatten Prototypen, Methoden und Algorithmen zur Vernetzung und wollten durch den Technologietransfer auf reale Anwendungen auch ein tieferes Verständnis der Materie erhalten“, erinnert sich Jan Beutel an seine Zeit an der ETH Zürich und mit dem Nationalen Forschungsschwerpunkt „Mics“ zurück. Er ist vor knapp einem Jahr an die Universität Innsbruck gewechselt, um in seiner Heimat, ausgehend von seinen in den Walliser Alpen gewonnenen Erkenntnissen, die nächste Generation intelligenter Sensoren zu entwickeln. Diese sollen vor den durch den Klimawandel vermehrt zu erwartenden Felsstürzen warnen.

Sein Aha-Erlebnis hatte er vor mehr als zwanzig Jahren als Informatik-Doktorand bei der Präsentation eines Geografen zum Thema Permafrost und Klimawandel in den Berner Alpen: „Ich stand damals am Ende meiner Bergführerausbildung, und mir war sofort klar: Mit diesen Leuten musst du reden.“ Die ungewöhnliche Kooperation trug Früchte, auch wenn es erst ein paar interdisziplinäre Hürden zu meistern gab. „Die Geografen der Uni Zürich wollten unsere Sensoren kaufen und von uns die Daten übermittelt bekommen und fertig. Aber wir haben schnell gemerkt, dass sowohl die Sensoren als auch die Art, wie wir sie betreiben, direkten Einfluss auf die Möglichkeit, daraus Wissen zu erschließen, haben. An dieser Schraube wollten wir drehen.“ Gesagt, getan. Heute ist Beutel auch selbst auf dem Gebiet der Geowissenschaften versiert – ohne diese Expertise seien derartige Projekte nicht möglich. „Es ist sehr wichtig, dass man das Anwendungsgebiet von A bis Z kennt“, betont er.