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Schwerpunkt FH

Welchen Rang haben Rankings?

Veranstaltungen wie das MCI Recruiting Forum (Bild von 2019) stärken die Verbindung zu potenziellen Arbeitgebern und wirken sich so auch positiv auf die Beurteilung einschlägiger Rankings aus.
Veranstaltungen wie das MCI Recruiting Forum (Bild von 2019) stärken die Verbindung zu potenziellen Arbeitgebern und wirken sich so auch positiv auf die Beurteilung einschlägiger Rankings aus.(c) MCI/Blickfang
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Rankings spielen bei der Studienwahl hierzulande eine geringere Rolle als im internationalen Vergleich. Dafür dienen sie den FH als Instrument zur Qualitätsverbesserung.

Zahllose Rankings ziehen national wie international Vergleiche zwischen Hochschulen. Für heimische FH nimmt das „Industriemagazin“ alljährlich die Qualität diverser Studiengänge unter die Lupe und befragt Personalverantwortliche österreichischer Unternehmen nach ihrer Einschätzung der einzelnen Departments nach dem Schulnotensystem. Den ersten Platz des Gesamtrankings holte sich heuer die FH Technikum Wien, gefolgt von der IMC FH Krems und dem MCI. Was machen diese Hochschulen anders als die anderen?

Vielleicht das, dass sie Rankings zwar erfreut zur Kenntnis nehmen, aber nicht gezielt darauf hinarbeiten. Trotzdem scheint sich die obligatorische Zusammenarbeit mit den HR-Abteilungen im Rahmen der Recruiting-Partnerschaften auszuzahlen, zumindest an der FH Technikum Wien: „Aktuell nutzen mehr als 50 Unternehmen die Möglichkeit, ihre Stelleninserate auf unserem eigenen Jobportal zu schalten und unsere Studierenden im Rahmen von Recruiting-Events kennenzulernen. Eine noch viel größere Zahl stellt Plätze für Berufspraktika zur Verfügung“, sagt Rektorin Gabriele Költringer. Eventuell ist aber allein das Streben nach bestmöglicher Qualität in Lehre und Forschung ein Motivationstreiber, ohne dabei auf Rankings zu schielen.

 

Ranking als Wegweiser

An der IMC FH Krems sieht man Rankings als Momentaufnahmen: „Wir nutzen die nationalen und internationalen Akkreditierungen, Zertifizierungen, Audits und Benchmarks als Instrumente auf dem Weg der Weiterentwicklung des Qualitätsniveaus und des Managementsystems und stellen uns dem internationalen Wettbewerb“, sagt Geschäftsführerin Ulrike Prommer. Die FH habe eine Selbstverpflichtung, ständig an der Verbesserung der Lehre, der angewandten Forschung sowie weiterer Dienstleistungen, an deren Umweltauswirkungen und am integrierten Management zu arbeiten.

Direkt auf Rankingpositionen hinzuarbeiten hält man auch am MCI für wenig sinnvoll: „Dazu sind die einzelnen Rankings zu unterschiedlich und mitunter auch die Kriterien etwas fragwürdig“, sagt Rektor Andreas Altmann. Von dieser Kritik ist auch das „Industriemagazin“-Ranking – und ähnlich strukturierte internationale Befragungen – nicht ganz ausgenommen: „Bei einer derart großen Anzahl von Studiengängen im Ranking ist davon auszugehen, dass die befragten Personalverantwortlichen gar nicht alle gelisteten Studiengänge im Detail kennen und schon gar nicht beurteilen können“, vermutet Altmann. Auch werde es für Unternehmen schwierig sein, zwischen den einzelnen Studiengängen und der Hochschule als Gesamtes zu differenzieren. „Es sei denn, sie haben in ihrem Unternehmen konkrete Erfahrungen mit Studierenden eines bestimmten Studiengangs gemacht.“

Angehende Studierende holen sich bei Rankings Orientierungshilfe bei der Auswahl der passenden Hochschule. Oft werden gute Positionierungen auch als Gütesiegel erachtet. „Erfolge in einem Ranking tragen sicher zur allgemeinen Sichtbarkeit bei. Hochschulrankings haben aber im heimischen Sektor nicht denselben Stellenwert wie etwa bei angelsächsischen Hochschulen“, erklärt Költringer. Und auch in Krems ist man der Meinung, dass Rankings unter den Bewerbern zwar wahrgenommen werden – „sie spielen aber keine entscheidende Rolle bei der Studienwahl“, sagt Prommer. Ihrer Erkenntnis nach seien die wichtigsten Faktoren die Inhalte und Ausrichtung des Studiums, die Organisationsform, die möglichen Berufsaussichten und Empfehlungen durch Studierende und Alumni.

 

Nähe zu Arbeitgebern gesucht

Gerade weil die Berufsaussichten ein wichtiges Auswahlkriterium sind, haben neben der FH Technikum Wien auch die anderen beiden Top-Platzierten ein enges Verhältnis zu möglichen Arbeitgebern aufgebaut. Am MCI gibt es während des Studiums bereits zahlreiche Schnittstellen, etwa durch Unternehmensprojekte, Praktika sowie Abschlussarbeiten auf der Basis von Kooperationen. Angelpunkt ist das Career Center. Altmann: „Es versteht sich als Dienstleistungsplattform, mit welcher Studierenden ein komfortabler Zugriff auf Praktikumsplätze, Jobmöglichkeiten, Karriereplattformen und ähnliche Dienste erschlossen wird.“ Gleichzeitig biete es den Unternehmen Zugang zu qualifizierten Absolventen. So eine zentrale Servicestelle gibt es auch an der IMC FH Krems, mit zahlreichen Veranstaltungen wie Online-Speed-Networking oder Unternehmensbesuchen. „Unsere zentrale Karriereplattform Jobteaser spielt hier eine wichtige Rolle, um Studierende, Alumni und HR-Verantwortliche von Unternehmen zusammenzubringen. Wir haben diese seit 2018 erfolgreich im Einsatz. 1800 Studierende und 900 Alumni nutzen dieses Service. 88 Unternehmen sind auf der Plattform und aktiv im Recruiting tätig“, erklärt Prommer.

Web:www.technikum-wien.at, www.fh-krems.ac.at, www.mci.edu

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2021)