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Demografie

Einsame Zukunftsaussichten in Deutschland

Zu wenige Babys: In Deutschland bekommt eine Frau zurzeit im Schnitt 1,54 Kinder. Bei Nachbar Frankreich waren es zuletzt 1,86.
Zu wenige Babys: In Deutschland bekommt eine Frau zurzeit im Schnitt 1,54 Kinder. Bei Nachbar Frankreich waren es zuletzt 1,86.Getty Images
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Die Demografie kam im deutschen Wahlkampf nur am Rand vor. Dies, obwohl die Überalterung nicht nur Kosten verursacht, sondern auch die Vormachtstellung in Europa bedroht.

Am Sonntag entscheidet sich, wer die wichtigste Wirtschaftsnation Europas künftig anführen wird. Da es nun erstmals seit 2005 definitiv einen Wechsel im Kanzleramt gibt, ist auch der Wahlkampf so spannend wie schon lang nicht mehr gewesen. Dominiert wurde er von den Themen Klimaschutz, Corona und der Sozialpolitik. Daneben drehte es sich noch um die Frage, warum Armin Laschet beim Besuch von Flutopfern im Hintergrund lachte, inwiefern Annalena Baerbock bei ihrer Masterarbeit abgeschrieben hatte und ob Olaf Scholz direkt für eine Hausdurchsuchung bei der Finanzpolizei verantwortlich war.

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Kaum besprochen wurde hingegen ein Thema, das laut Wirtschaftsforschern langfristig zu einem der größten Probleme in vielen europäischen Ländern, besonders aber in Deutschland werden dürfte – und zwar der demografische Wandel. „Deutschland ist nicht mehr der kranke Mann Europas, es ist der alte Mann Europas“, fasste die Situation jüngst der Ökonom und künftige Leiter des heimischen Wifo, Gabriel Felbermayr, im Interview mit der „Presse“ zusammen.

Beim deutschen statistischen Bundesamt in Wiesbaden heißt es dazu: „Die sinkende Zahl der Menschen im jüngeren Alter und die gleichzeitig steigende Zahl älterer Menschen verschieben den demografischen Rahmen in bisher nicht gekannter Art und Weise.“ Schon jetzt ist jede zweite Person in Deutschland älter als 45 Jahre und jede fünfte Person älter als 66 Jahre. Und in den kommenden Jahren werde sich diese Alterung der Gesellschaft weiter fortsetzen, mit entsprechenden Konsequenzen für die Volkswirtschaft.

So gehen die Statistiker davon aus, dass sich die Zahl der Deutschen im erwerbsfähigen Alter von derzeit knapp 52 Millionen bis zum Jahr 2035 um rund vier bis sechs Millionen verringert. Gleichzeitig steigt die Zahl der Älteren. Laut den Prognosen der Demografieforscher werden 2039 in Deutschland bereits 21 Millionen Menschen leben, die älter als 67 Jahre sind.