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James Bond

Als ein wahrer James Bond in Kitzbühel wedelte

Der literarische James Bond war kein Übermensch wie der verfilmte.
Der literarische James Bond war kein Übermensch wie der verfilmte.Getty Images
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Am 30. September kommt der neue „James Bond“-Film in die Kinos. Gelegenheit, sich daran zu erinnern, dass der Schöpfer des Superspions Inspiration in den Tiroler Bergen suchte – und fand.

Gleich ob Graham Greene, John le Carré oder Ian Fleming: Österreich spielte eine wichtige Rolle beim Zustandekommen von Klassikern der Spionage-Literatur. Greene hatte für „Der dritte Mann“ 1948 zweimal in Wien recherchiert, le Carré wiederum war 1951 für den britischen Armeegeheimdienst in Graz tätig. Am intensivsten und prägendsten war die Zeit in Österreich aber für Fleming, den Schöpfer von James Bond. Knapp neun Monate war er im Alter von 18 bzw. 19 in Kitzbühel.

Grund für die zwei Aufenthalte im Sommer 1926 und im Winter 1927/28 war der Besuch einer kleinen, elitären Privatschule. Die Mutter hatte das veranlasst, nachdem Ian sowohl am Internat Eton als auch an der Militärakademie Sandhurst gescheitert war. Der junge Fleming litt damals unter dem Erfolg seines älteren Bruders, Peter, dem alles zu gelingen schien, während es ihm selbst an Halt und Orientierung fehlte. Insofern war die Zeit in den Tiroler Bergen die „letzte Chance“, sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Und es gelang. Im heutigen Hotel Tennerhof betrieben der schottische Diplomat Ernan Forbes Dennis und dessen Frau, die Schriftstellerin Phyllis Bottome, von 1924 bis 1929 eine Schule der besonderen Art – und zwar für rund 20 Jugendliche, hauptsächlich Briten und Amerikaner, die Deutsch und Französisch lernen wollten. Dennis und Bottome lehnten autoritäre Erziehung ab und gaben keine Regeln vor. Allerdings wurde erwartet, dass die Schüler pünktlich zu den Mahlzeiten kamen.