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I want to see Happy monkeys. Margarete Jahrmann, Stefan Glasauer, 2020. Gezeigt bei AIL Galerie 1010 Wien.
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Interview

Margarete Jahrmann: „Wir brauchen politisches Game-Design“

Für Margarete Jahrmann, Leiterin eines neuen Masterstudiums an der Universität für angewandte Kunst, ist Game-Design eine Frage der Offenheit.

Gaming ist heute überall: in Wohnzimmern, in Wirtschaft und Gesellschaft – Stichwort „Gamification“ – und an den Universitäten. Auch die Angewandte hat seit August eine neue Abteilung samt zugehörigem Masterstudium namens „Experimental Game Cultures“. Als Leiterin wurde die 1967 im burgenländischen Pinkafeld geborene Medienkünstlerin und -theoretikerin Margarete Jahrmann bestellt. Sie studierte einst selbst in Wien, war dort auch in der künstlerischen Forschung tätig, hat viel publiziert und Projekte zu Spiel und Kunst angeführt. Zuletzt bekleidete Jahrmann eine Game-Design-Professur an der Kunstuni Zürich. Im Gespräch mit dem „Schaufenster“ erklärt sie, wie Spiele unser Verhalten verändern können, warum ihr „Flow“ lieber ist als „Immersion“ – und warum kreative Spielgestaltung etablierte Belohnungssysteme hinterfragen sollte.

Margarete Jahrmann stellt Games gern auf den Kopf.
Margarete Jahrmann stellt Games gern auf den Kopf.(c) Margarete Jahrmann

Sie leiten ab Oktober den Studiengang „Experimental Game Cultures“ an der Angewandten. Wie würden Sie diesen Begriff einer Person erklären, die ihn noch nie gehört hat?
Es geht um die Gestaltung von Spielmechaniken, die auf unsere Gesellschaft zurückwirken. Mein Ansatz zielt nicht auf das bestehende Verständnis von Game-Design ab, das sich in der Regel an den Anforderungen des Marktes orientiert. Vielmehr geht es mir um künstlerisches Spiel und um das experimentelle Testen subjektiver Erfahrungen, die unsere Handlungsfähigkeit erweitern können, mit Hilfe von Bildern, Denkfiguren und Mechanismen, die viele von uns aus der Alltagspraxis kennen. Nicht nur Games, auch soziale Netzwerke sind Spielsysteme.