Ein Besuch beim Aufbau von Ines Doujaks Ausstellung „Geistervölker“: Sie ist thematisch und ästhetisch am Punkt der Zeit. Es geht um Ekel und Pandemien.
Ines Doujak sitzt am Boden der Kunsthalle Wien neben einer vornüber geneigten weiblichen Skulptur und richtet ihr das herabhängende silberweiße Perückenhaar. Die Figur ist nackt, lächelt fröhlich – und aus ihrem Hinterteil winden sich mechanisch die Würmer. Ein echter Ekel-Automat. Doujak muss lachen bei der Vorführung. Igitt! Nataša Ilić, eine der Direktorinnen des Kunsthallen-Kollektivs „What, How & for Whom“, schüttelt es.
Ihrem Namen wird das Zagreber Kuratorinnengespann mit der ab morgen offenen Einzelausstellung der in Wien ganz und gar nicht unbekannten Künstlerin erstmals gerecht. Bisher ging sein sehr ideologisches, wirres Programm an Wien eher vorbei, um es höflich zu formulieren. Die Personale von Doujak aber ist punktgenau: am Thema der Zeit, ihrer Ästhetik und bei einem breiteren Publikum, das man mit einer wöchentlichen Rattenprozession am MQ-Platz einfangen und mit klar formulierten Texten im Begleitheft verwöhnen möchte.