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Interview

Experte: Warum das Leben in der Vorstadt das Klima zerstört

Elsbethen, eine Stadtrandgemeinde der Stadt Salzburg im S�den der Stadt Salzburg an der Salzach gelegen
Das Leben „im Grünen“ als Traum – der Preis dafür sind hohe Emissionen. Unter anderem.(c) picturedesk.com (Franz Pritz)
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Klimaökonom Gernot Wagner erklärt, warum nur das Leben in Städten (oder ganz am Land) das Klima retten kann, warum er hofft, dass rund um Wien kein zweites Tullnerfeld entsteht und, welchen CO2-Preis er für sinnvoll hält.

Die These Ihres neuen Buches lautet, in urbanen Zentren und am „echten“ Land lebt man klimaverträglich, nicht aber in Suburbia, in den Vorstädten. Sie stammen aus Amstetten, leben in New York. Wo lebt es sich klimafreundlicher?

Gernot Wagner: Einfach, als New Yorker in Amstetten. Der Durchschnittseuropäer verursacht ungefähr die Hälfte der Emissionen eines Durchschnittsamerikaners. Land der Berge, Land am Strome: 60 Prozent der Elektrizität kommt aus Wasserkraft, die Emissionen in Österreich sind um einiges geringer. Das zeigt, worum es eigentlich geht.

Worum geht es Ihnen?
Es geht um Systeme, um Emissionen im Großen. Es geht viel weniger um Europa gegen die USA oder New York gegen Wien, es geht darum, dass das Leben in der Vorstadt, egal auf welchem Kontinent, mindestens doppelt so viele CO2-Emissionen verursacht wie das Leben in der Stadt und das wirkliche Leben am Land. Am wirklichen Land lebt natürlich kaum wer. Die meisten leben im Dazwischen, in Vorstädten, Schlafstätten, Vororten, Satellitenstädten, in Suburbia.

Was macht diese Vorstädte so klimaschädlich? Das Pendeln?
Mobilität und Abhängigkeit vom Auto gehen meist Hand in Hand, zusätzlich sind es die Quadratmeter, die neben dem Problem der Versiegelung auch mehr CO2-Emissionen zur Folge haben. Vororte, Vorstädte heißen „kompromissloses“ Leben. Man lebt nahe der Stadt, aber im großen Haus. Der Kompromiss ist die Umwelt.

Gibt es klimaschonendes Leben in Suburbia? Wenn man per Zug pendelt, eigenen Solarstrom produziert, E-Auto fährt, usw.?