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Bundesliga

Rapid schießt sich gegen WSG Tirol Frust von der Seele

Ercan Kara (rechts) und Marco Grüll jubeln
Ercan Kara (rechts) und Marco Grüll jubelnGEPA pictures
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Die Hütteldorfer gewannen das Kellerduell nach Rückstand mit 5:2. Ercan Kara traf erstmals seit August wieder, und dann gleich dreimal.

Ein Schicksalsspiel war es für Rapid, allerdings keines, das man sich so vor der Saison erwartet oder erhofft hatte. Die WSG Tirol gastierte am Sonntag nämlich zum Kellerderby in Wien-Hütteldorf. Wie prekär die grün-weiße Situation ist, zeigte sich daran, dass ein 0:2 bei West Ham in der Europa League als zarter Mutmacher taugte. Auch wenn Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer von offizieller Seite der Rücken gestärkt wurde, zählte fast auf den Tag genau drei Jahre nach seinem Amtsantritt eigentlich nichts außer einem Sieg gegen das Schlusslicht.

Kühbauer stellte fünf Neue in die Startelf darunter erstmals Thierno Ballo. Der Chelsea-Leihgabe ging bei Weitem nicht alles auf, dennoch zählte der 19-Jährige zu den Aktivposten. Rapid war auch ohne die Unterstützung des Block West – dieser protestierte gegen den 2G-Zutritt ins Stadion – die bessere Mannschaft, doch neben Präzision im letzten Drittel fehlt es derzeit auch am grün-weißen Spielglück. Während der VAR Ercan Karas Tor zurecht die Anerkennung wegen eines Fouls an WSG-Torhüter Ferdinand Oswald die Anerkennung verweigerte (17.), revidierten die TV-Bilder auf der Gegenseite einen Abseitspfiff gegen Thomas Sabitzer – damit zählte dessen Kopfballtreffer zum 1:0 für die Tiroler (37.).

Kara belohnt sich und Rapid

Die Hütteldorfer bewiesen Moral, steckten trotz Rückstand nicht auf und arbeiteten sich zum Ausgleich, in persona Ercan Kara. Der Rapid-Stürmer war angesichts von nur einem Ligator (bewerbsübergreifend fünf) einer der Spieler, die in den vergangenen Wochen in der Kritik standen und meldete sich nun zurück. Nach dem aberkannten Tor und einem Ferserl-Versuch (45.) traf der 25-Jährige pünktlich vor dem Pausenpfiff nach Vorarbeit von Ballo und Marco Grüll per Direktabnahme zum 1:1 (47.). 22 Sekunden nach Wiederanpfiff war die Partie gedreht: Einen schönen Angriff über die Flügel schloss Kara per Kopf aus kurzer Distanz zum 2:1 ab.

Die Tiroler hatten ihre Chancen, vergaben sie allerdings – und machten sich das Leben selbst schwer. Mario Andric foulte Taxiarchis Fountas ungeschickt im Strafraum, Kara verwandelte den Elfmeter souverän (60.). Wenig später sah Raffael Behounek für Schiedsrichter-Kritik glatt Rot (65.), womit die Partie gelaufen war. In Überzahl tat Rapid noch etwas für das Selbstvertrauen und schoss sich den Frust von der Seele. Kara leitete mit einem Lochpass das 4:1 durch Grüll (78.) ein, Letzterer leistete wiederum die Vorarbeit, damit sich auch Christoph Knasmüllner erstmals in der Liga in die Torschützenliste eintrug (93.). Zwischenzeitlich hatte Ex-Rapidler Thanos Petsos eine schlechte Rapid-Abwehr bei einem Eckball genutzt und für die Gäste sehenswert volley getroffen (82.).

„Das war ein wichtiger Sieg, der uns allen hilft. Die Jungs haben das gut gemacht. Dass es fünf Tore geworden sind, damit bin ich sehr zufrieden, weil es nicht einfach war“, resümierte Kühbauer. Seine Mannschaft setzte sich damit vom Tabellenende ab, Ruhe bringt das nach Hütteldorf aber noch nicht. „Hier bei uns herrscht immer Druck, damit muss man leben.“

(swi)