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Gastkommentar

KöSt-Besteuerung auch ohne Körperschaft?

(c) imago/blickwinkel (imago stock&people)
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Die optionale KöSt-Besteuerung für Personengesellschaften in Deutschland sollte nicht als Vorbild für Österreich dienen. Hier wären andere Reformen bei der Unternehmensbesteuerung gefragt.

Wien. Die „Ära Merkel“ ist mit der geschlagenen Bundestagswahl vorbei. Doch noch vor dem Sommer wurden in Deutschland mit dem Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (kurz KöMoG) die Weichen für einen Paradigmenwechsel im Unternehmenssteuerrecht gestellt: Herzstück ist die Einführung einer Option zur Körperschaftsbesteuerung für Personengesellschaften. Ab 2022 erhalten Personengesellschaften die Möglichkeit, ohne Vermögensübertragung oder Änderung ihrer Rechtsform dieselben ertragsteuerlichen Regelungen in Anspruch zu nehmen wie Kapitalgesellschaften.

Das ist ein Novum in der fast hundertjährigen Geschichte des modernen Ertragsteuerrechts in Deutschland. Wie in Österreich wurden Personengesellschaften auch dort bislang ausschließlich nach dem Transparenzprinzip besteuert: Nicht die Gesellschaft als solche wird als Steuersubjekt erfasst, sondern ihre Einkünfte sind unmittelbar den Gesellschaftern zurechnen und bei diesen der Einkommensteuer zu unterwerfen. Die Möglichkeit zur Gewinnthesaurierung mit dem niedrigen KöSt-Satz oder die steuerliche Anerkennung von Leistungsbeziehungen zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern bleibt ihnen so zwar verwehrt; dafür ist im Verlustfall eine Verrechnung mit anderen Einkünften möglich.