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Pizzicato

Wo die Waschbären regieren

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Glückliche Fügung des Kalenders: Der Tag der deutschen Einheit hätte nicht passender fallen können als sieben Tage nach der Wahl – inmitten des Hauens und Stechens bei der Union. Es sind Zeiten des Umbruchs, die selbst in Wien von Neubeginn künden.

Neulich legte der deutsche Botschafter hierorts den Grundstein für die neue diplomatischer Vertretung, samt Zeitkapsel, in die der frühere Zeitungsmann eine Tageszeitung steckte. Wie schön!

Hätte er gewusst, dass sich in Robert Habeck neben einem Philosophen und Schriftsteller auch ein Handwerker verbirgt, hätte er den präsumtiven Vizekanzler womöglich eingeladen. Regieren mit Baumax: In Berlin räsonierte der grüne Co-Chef nämlich jüngst darüber, wie man Schrauben richtig setzt. Seiner Partei richtete er aus: „Wenn wir uns nicht komplett dämlich anstellen, werden wir die Regierung in den nächsten vier Jahren maßgeblich mitbestimmen.“

Außerhalb des Zoos haben sich die neuen Zeiten in Berlin bis zu den Waschbären herumgesprochen. Zu Hunderten sind sie in „Bärlin“ eingefallen, wo der Bär als Wappentier regiert, um sich an den Näpfen der Macht zu laben. In der Hauptstadt steppen nun also die Waschbären. Nur für Armin Laschet, den rheinischen Gute-Laune-Bären, haben sie in Berlin kein Herz. Von West bis Ost rufen sie ihm zu: „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben.“

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2021)