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Diversität

Diverse Unternehmenskultur weiter ein Nebenthema

Oyvind Bo, Natalie Bairaktaridis, Sophie Karmasin
Oyvind Bo, Natalie Bairaktaridis, Sophie Karmasin(c) feel image - Fotografie
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Jedes zweite Unternehmen sieht wirtschaftliche Vorteile von diversen Teams, 22 Prozent setzen konkrete Maßnahmen zu Diversität und Inklusion um.

Während diverse Teams international als wichtiger Wettbewerbsvorteil gesehen werden, verspricht sich in Österreich nicht einmal jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) daraus wirtschaftliche Vorteile. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Befragung in 300 österreichischen Unternehmen. Spezifische Nachteile werden selten genannt - es fehle in den Betrieben am Bewusstsein und Kenntnis darüber, sagen die Autoren. Und: Diversity und Inclusion wird oft nur auf geschlechterspezifische Vielfalt und Barrierefreiheit reduziert.

„Die umfassende Aufklärung über die vielfältigen Dimensionen von Diversity sowie die Chancen diverser und inklusiver Organisationen ist ein wesentlicher Schritt für zukunftsorientierte Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben,“ so Natalie Bairaktaridis, Managing Partner Ward Howell International.

Vorteile werden vor allem in einer höheren Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeitenden (76 Prozent) und besseren Chancen als Employer Brand (74 Prozent) gesehen. 31 Prozent verfolgen den Diversitäts- und Inklusions-Ansatz, weil es Eigentümer, Investoren und andere Stakeholder verlangen. Nur ein Prozent sieht darin die Notwendigkeit, soziale Verantwortung zu übernehmen.

Ökologische Themen weit vor Diversität und Inklusion

Ökologische Themen - wie die Ressourcenschonung (86 Prozent), Reduktion der CO2-Emissionen (82 Prozent) - werden als wichtige Elemente der Nachhaltigkeitsstrategie anerkannt. Diversität und Inklusion verfolgen die Unternehmen in weit geringerem Ausmaß. „Die Eingliederung und Förderung von Menschen mit Behinderung betreiben beispielsweise lediglich 51 Prozent der Unternehmen aktiv. Es gilt daher, Diversity und Inclusion stärker als wesentlichen Bestandteil einer ESG- und Nachhaltigkeitsstrategie zu positionieren,“ ergänzt Bairaktaridis.

Zwei Drittel der Unternehmen ohne Maßnahmen

In rund zwei Drittel der Unternehmen (62 Prozent) sind weder Initiativen noch einzelne Maßnahmen eingeleitet worden. Von dem Drittel, die bereits Maßnahmen umsetzen, haben die KMUs die Nase vorn. Hier sind es 24 Prozent aller Unternehmen, die aktuell Projekte implementieren. „Umso spezifischer die Maßnahmen zu Diversity und Inclusion sind, desto weniger sind diese den Unternehmen bekannt. Lediglich allgemeine Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten oder Parkplätze für Menschen mit Behinderung kennen die Mehrheit der Befragten“, erläutert Studienautorin Sophie Karmasin, Geschäftsführerin von Karmasin Research & Identity. Im Spitzenfeld liegen hier flexible Arbeitszeiten (60 Prozent), Behindertenparkplätze (49 Prozent) und Homeoffice/Remote Work auch nach der Pandemie (46 Prozent).

Ein Drittel nutzt Maßnahmen wie Sprachkurse (29 Prozent), ein angepasstes Angebot in der Betriebsküche (34 Prozent), ein transparentes Entlohnungsystem (30 Prozent) oder den Austausch zwischen den Generationen (39 Prozent). „Es besteht in Österreich ein großer Aufholbedarf bei der Information und Kenntnis spezifischer Maßnahmen, damit diese Unternehmen stärker in ihrer D&I-Strategie einsetzen“, erklärt Bo. Der gebürtige Norweger beschäftigt sich seit Jahren mit Diversity und Inclusion und leitet bei Ward Howell International diesen Geschäftsbereich.

Führungskräfte bleiben männlich

Der Frauenanteil im Management liegt bei den befragten Unternehmen bei 34 Prozent, also weit unter der Hälfte des gesamten Führungsteams. Schlüssig dazu ist der geringe Prozentsatz von nur 12 Prozent der Befragten, die bei Besetzungen bereits Geschlechterquoten eingeführt haben. Auch anonymisierte Bewerbungsprozesse, die keinen Rückschluss auf Geschlecht und Nationalität zulassen, kommen nur in 13 Prozent der Unternehmen zum Einsatz.