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Literatur

„Wir leben in einem Zeitalter der Angst“

„Wir umgeben uns mit unseren Spiegelbildern, mit Echos": Gespaltene Gesellschaften sind ein Thema von Shafaks neuem Roman: Er handelt unter anderem von Zypern im Bürgerkrieg 1974.(c) FERHATELIK
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Sich nur mit ähnlich denkenden Menschen zu umgeben, sei eine narzisstische Art zu leben, findet die in London lebende türkische Autorin Elif Shafak: Ein Gespräch zu ihrem neuen Roman.

Gleich mehrere Autorinnen neuer Romane nennen ihre Hauptfigur Ada – zum Teil in Anspielung auf die Computerpionierin Ada Lovelace, Tochter des Dichters Lord Byron. Warum haben Sie die in London lebende Tochter zyprischer Einwohner in Ihrem Roman „Das Flüstern der Feigenbäume“ so genannt?

Im Türkischen bedeutet der Name Insel. Die Insel Zypern ist mir sehr nah, mit ihrer Schönheit und zugleich ihrer komplizierten, schmerzhaften Vergangenheit. Nikosia ist Europas letzte gespaltene Hauptstadt.


Wie kamen Sie auf einen Feigenbaum als Erzähler, der sich noch dazu in einen Mann, Adas Vater, verliebt?

Ich habe mich gefragt, wie ich eine Geschichte über griechische und türkische Zyprer, Christen und Muslime erzählen könnte, ohne in die Fallen des Nationalismus, des Tribalismus zu geraten. Der Baum erlaubte mir einen ganz anderen Blickwinkel. Außerdem habe ich in Michigan, wo ich lang gelebt und Women's Studies gelehrt habe, italoamerikanische Familien kennen gelernt, die in sehr kalten Wintern ihre Feigenbäume vergruben, damit sie bis zum Frühling überleben.