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Hintergrund

Das System Schmid im Finanzministerium

Thomas Schmid
Thomas Schmid(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)
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Thomas Schmid war der mächtigste Mann im Finanzressort, der heimliche Minister. Er schaffte an, was passiert.

Wien. Sein Büro war äußerst spärlich eingerichtet. Es gab kaum persönliche Gegenstände, bis auf eine kleine Stormtrooper-Figur aus den Star-Wars-Filmen, die prominent in einem sonst weitgehend leeren Regal stand. Die hätten ihm die Mitarbeiter geschenkt, erklärt Thomas Schmid Ende 2018 dem Besucher. Stormtrooper sind in den Filmen die Soldaten des Imperiums, loyal und folgsam – und sie setzen alles durch.

Wenn man vor einigen Jahren mit Beamten des Finanzministeriums sprach, dann gab es im Ressort eine wirklich mächtige Person: Thomas Schmid. Minister kamen und gingen, der gebürtige Tiroler blieb. Bevor er 2019 als Chef zur Staatsholding Öbag wechselte, war Schmid Generalsekretär und Kabinettschef im Finanzressort. Der heimliche Finanzminister. Der eigentliche Finanzminister. Ohne ihn ging im Ressort nichts, vor allem in den Jahren, als der politische Quereinsteiger Hartwig Löger Minister war.

Man liest es beispielsweise in den Chats in den Akten der Staatsanwaltschaft. „Von morgen auf übermorgen – Bauern Hilfen (sic!) mit Österreich spielen bitte“, wies er im Mai 2016 per SMS knapp einen der Pressesprecher an (mit „Österreich“ ist die Tageszeitung gemeint). „Ok“, kam nur die knappe Antwort.