Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Pizzicato

Santa Boris und das Christkind

Dem konservativen Regierungschef steht das Wasser bis zum Hals, und die Opposition fordert dessen Rücktritt.

In der Benzinkrise springen Soldaten als Lkw-Fahrer ein, Bauern gehen angesichts von Massenschlachtungen auf die Barrikaden und mit den „Frogs“ jenseits des Ärmelkanals schwelt der Fischereikrieg: Das ist die Lage anno duo P. B., im Jahr zwei von Post-Brexit-Britannia.

Boris Johnson wäre nicht Boris Johnson, würde er die Welt nicht durch die rosa Brille sehen. Alles wird gut, das Königreich geht glorreichen Zeiten entgegen: So lautete die Botschaft des Premiers auf dem Tory-Parteitag im „roten“ Manchester. Die Rede des „Comedian-in-Chief“ war gespickt mit Gags über den „Zaubertrank“ AstraZeneca und „Jon Bon Govey“, seinen Minister Michael Gove, der sich in Nachtklubs austobt, als wäre bereits Post Corona.

BoJo präsentierte sich als Santa Boris: Zu X-mas werden Benzin und „Booze“ sprudeln, in Tiefkühltruhen sich XXL–Truthähne stapeln. Wegen hoher Energiepreise werden die Briten indes womöglich vor einem Cold Turkey sitzen. Ehefrau Carrie ist aber guter Hoffnung und erschien im roten Umstandskleid. Ob Santa Claus dem Premier und der Nation ein blondgelocktes Christkind vor den Kamin legt? So könnte es sich begeben, dass sich an der Babykrippe in 10 Downing Street ein Chor erhebt: „Joy to the World.“ (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2021)