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Mein Samstag

Zuckerwatte-Abend

(c) imago images/Addictive Stock (Marta Machin via www.imago-images.de)
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Es hat neun oder vielleicht sogar zehn Jahre gedauert, ehe das Kind folgenden Satz zum ersten Mal gesagt hat: „Ich bin müde.“

Besonders kleinere Kinder sind große Meister darin, ihre Müdigkeit nicht zu erkennen oder sie konsequent zu leugnen. Insbesondere natürlich dann, wenn ihnen das erwachsene Umfeld mehrfach erklärt, „dass du jetzt aber schon müde bist“ und daher „ins Bett musst“.

Gleichzeitig sind Kinder auch Profis darin, das Ins-Bett-Gehen hinauszuzögern. Beliebt bei uns war etwa, kurz vor der Schlafenszeit besonders wichtige Fragen zu stellen, die dem Kind tagsüber interessanterweise nie eingefallen sind („Wie ist die Welt entstanden?“, „Gibt es wirklich einen Himmel?“). Und die kann man natürlich, auch wenn es schon richtig, richtig spät ist, nicht so einfach unsensibel abtun. Dafür war das Nachteulen-Kind nie eines, das zu furchtbar frühen Unzeiten bespaßt werden wollte. (Danke dafür!) Nur eine Zeit lang ist es mit etwa vier Jahren wie durch Zauberhand pünktlich um 6.30 Uhr aufgewacht. Wegen der Cowboykatze. Die lief nämlich damals zu früher Stunde im Kinderkanal. Wie die Serie hieß, weiß ich nicht mehr, jedenfalls waren eine Katze mit rosa Cowboyhut und ein Kaktus in einem Ort namens Nettundfreundlichhausen unterwegs. Wie Sie unschwer erkennen können also Serienstoff, für den es sich früh aufzustehen lohnt.