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Südchinesisches Meer

Kollision mit Atom-U-Boot

Das atomare Jagd-U-Boot USS Connecticut fuhr gegen ein unbekanntes Objekt. Mehrere Verletzte. Kritik aus China.

Washington/Guam/Peking. Im Südchinesischen Meer hat sich Berichten der U.S. Navy zufolge vorigen Samstag ein ungewöhnlicher Zwischenfall ereignet: Das atomare Jagd-U-Boot USS Connecticut rammte getaucht ein unbekanntes Objekt und wurde leicht beschädigt. Ein Dutzend der rund 120 Besatzungsmitglieder wurden leicht bis mittelschwer verletzt, erlitten Prellungen und Schnittwunden.

Das rund 110 Meter lange Boot der Seawolf-Klasse, im Dienst seit 1998, fuhr danach zur Inspektion im US-Stützpunkt auf Guam (Marianen-Inseln), den es am Donnerstag erreicht habe. Da es schon seit Mai im Einsatz ist, könnte danach die Rückkehr zum Heimathafen Bremerton (US-Staat Washington) folgen. Der Kommandeur der Connecticut, Captain Bill Clinton, sagte gegenüber dem United States Naval Institute, dass es weder schwere Verletzungen noch Schäden an heiklen Systemen wie Waffen und Antrieb gegeben habe. Der Vorfall sei in internationalen Gewässern im Südchinesischen Meer passiert, man habe nicht um Hilfe gebeten.

Zur exakten Position des Bootes, Tauchtiefe und Höhe über Grund wurde vorerst nichts bekannt. Die Seawolf-Klasse ist für mindestens rund 500 Meter Tiefe konstruiert. Auch der „Unfallgegner“ ist offiziell unbekannt. Spekuliert wird über ein gesunkenes Schiff, Container oder im Meer treibende Trümmer. Dass es ein anderes U-Boot gewesen sein könnte, ist unwahrscheinlich.

 

Heikle Lage in der Meeresregion

Die USA haben nur atomar betriebene U-Boote. Die letzte bekannte Kollision damit geschah 2012, als die USS Montpelier bei Manövern im Nordatlantik gegen einen Kreuzer krachte, der leicht beschädigt wurde. Der bisher jüngste Vorfall solcher Art war im Juli 2020: Da stieß ein dieselelektrisches U-Boot der Südkoreaner vor der südkoreanischen Hafenstadt Busan gegen einen norwegischen Frachter. Die Schäden waren gering.

Wegen Chinas Ansprüchen im Südchinesischen Meer und der Streitereien deswegen mit Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei, Indonesien und den Philippinen ist die Lage in der Region seit Langem heikel. Ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums forderte die USA am Freitag auf, Details zu dem Vorfall offenzulegen. Die USA gefährdeten Frieden und Stabilität in der Region.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2021)