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Geghard Kloster aus dem vierten Jahrhundert, Yerevan, Armenia
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Expedition Europa

Sein „Verbrechen“: Er grüßte den Präsidenten zu freundlich

Vor zwanzig Jahren wagte es ein Mann, den armenischen Präsidenten mit „Servus, Robby!“ zu begrüßen. Er starb kurz darauf. Dieser Tage besuchte ich das Cafe, in dem die Leibwächter auf den Mann einprügelten.

Der 24. September 2001 war ein angenehmer Spätsommerabend. Im Zentrum von Jerewan, auf den Terrassen des am künstlichen Teich Poplavok gelegenen Jazz-Cafés „Aragast“, applaudierten die Gäste, als der armenische Präsident Robert Kotscharjan mit Charles Aznavour eintrat. Auch als die hohen Gäste um Mitternacht abgingen, erschallte Applaus. Im nächsten Moment fühlte sich der Präsident, ein aus Bergkarabach stammender General, beleidigt. Der Grund: Ein angeheiterter Studienkollege hatte Kotscharjan mit der vertraulichen russischen Anrede „Privet Rob!“ gegrüßt. Auf Österreichisch hieße das „Servus, Robby!“. Sechs bis acht Leibwächter des Präsidenten zerrten den Studienkollegen aufs WC. Keine halbe Stunde später war Poghos Poghosjan tot.