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Innovationsmanagement

Das Geld von morgen verdienen

Innovationsmanager Johann Scheibenreiter setzt probeweise einen kollaborierenden Roboter in Gang.
Innovationsmanager Johann Scheibenreiter setzt probeweise einen kollaborierenden Roboter in Gang.[ Schmid Schrauben Hainfeld ]
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Ist es auch für KMU sinnvoll, Personen einzustellen, die sich ausschließlich mit Innovation beschäftigen? Beispiele und Ausbildungswege.

Manchmal fügen sich Dinge von selbst. Eine junge Frau mit Ausbildungen im Kreativbereich kommt als Klientin zu einem Steuerberater und verlässt die Kanzlei als deren neue Innovationsmanagerin. So geschehen in Linz, wo die Mediendesignerin Lisa Knaak sich an die Steuer- und Unternehmensberatung Raml & Partner wandte. „Frau Knaak wollte mit einem Partner eine Firma gründen. Das ist nichts geworden, aber wir haben über ihre Ausbildung, Ideen und ihre Motivation gesprochen, und dann habe ich ein Jobangebot gemacht“, sagt Geschäftsführer Markus Raml. Sein Unternehmen sei zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Suche nach einer Innovationsmanagerin gewesen. Knaak war für den Steuer- und Unternehmensberater vor allem durch ihren kreativen Zugang interessant. Nach ihrem Lehrabschluss in Mediendesign hatte sie Mediengestaltung und Bildnerische Erziehung an der Kunstuniversität Linz studiert. „Wir sehen, dass unsere Branche im Wandel ist, und wollen unsere Abläufe neu denken“, so Raml.

Lohnende Investition

Dass sich die Investition in eine Innovationsmanagerin für den 72-Personen-Betrieb rentiert, zeigen aus Ramls Sicht mehrere erfolgreiche Projekte, etwa eine digitale Steuerberatung für Ein-Personen-Unternehmen; ein Dashboard, das den Informationsfluss über drei Unternehmensstandorte verbesserte, und ein Kunstwettbewerb für den Außenbereich eines Neubaus. Nicht zuletzt seien dem Unternehmen Knaaks Fähigkeiten im Videoschnitt zugutegekommen. „Während der Coronakrise haben wir wöchentlich ein Video gemacht. In der ersten Coronawoche im März 2020 hatten wir auf drei Videos 140.000 Views.“
Einen ganz anderen Werdegang hat Johann Scheibenreiter hinter sich, der beim Schraubenhersteller Schmid Schrauben Hainfeld für Innovation und Anwendungstechnik zuständig ist. Bereits vor seinem Eintritt in das Unternehmen hatte Scheibenreiter eine Innovationsausbildung bei der Zukunftsakademie Mostviertel (ZAM) absolviert. Die Abschlussarbeit aktualisierte er für seinen heutigen Arbeitgeber.

Überblick verschaffen

Am Beginn seiner Tätigkeit galt es für den neuen Innovationsverantwortlichen, die Kernkompetenzen des Unternehmens zu definieren. Auch begann er, Kontakt mit FH und Universitäten aufzunehmen. Eine Veranstaltung der ZAM brachte Scheibenreiter zudem auf die Idee, für die betriebseigene Lehrwerkstatt einen Cobot anzuschaffen – einen kollaborierenden Roboter, der ohne Schutzumzäunung mit dem Menschen zusammenarbeitet. Das Vorhaben entwickelte Eigendynamik. „Ein motivierter Kollege, der damalige Lehrwerkstatt-Verantwortliche, setzte die komplette Programmierung und Inbetriebnahme im Unternehmen um“, sagt Scheibenreiter.

Mit dem Verkauf von Software könnte theoretisch sogar ein neues Geschäftsfeld entstehen. In diesem Jahr absolvierte der Innovationsmanager bei der ZAM den zweisemestrigen Lehrgang Digital Future Management (DFM). „Wie bereits die Innovationsausbildung erweitert DFM den Blick auf neue Themen beziehungsweise auf andere Branchen“, so Scheibenreiter,

Schon vor acht Jahren beschloss auch der internationale Holzwerkstoffhersteller Fritz Egger GmbH, einen systematischen Managementprozess für Innovation einzuführen. „Als Familienunternehmen denkt man auf Generationen ausgerichtet“, sagt Innovationsmanager Ralf Niederer. „Wir wissen, dass Unternehmen zwar vom Tagesgeschäft leben, aber das Geld von morgen mit den Innovationen von heute verdienen werden.“ Für Innovation seien jedoch „vollkommen andere Managementkompetenzen“ gefragt. „Unser Innovationsmanagementsystem stellt sicher, dass alle involvierten Geschäftsbereiche, Abteilungen und Experten den Überblick über sämtliche Innovationstätigkeiten im Unternehmen behalten und so in der Lage sind, Synergien zu nutzen beziehungsweise Parallelentwicklungen zu vermeiden“, so Niederer, der seine Ausbildung zum Akademischen Innovationsmanager an der FH Wiener Neustadt absolvierte.

Rasche Reaktion möglich

Außerdem könne man mit einem transparenten Innovationsmanagementsystem viel schneller auf äußere Einflüsse reagieren. „Das hat sich etwa zu Beginn der Coronapandemie gezeigt, als noch große Unsicherheit bezüglich deren Auswirkungen auf unser Unternehmen bestand und wir umgehend unser F&E&I-Projektportfolio diesen Gegebenheiten anpassen konnten“, sagt Niederer.

Links

Ausbildungen zum Thema Innovationsmanagement (Auswahl) ► Bachelor- und Masterstudien: www.fh-ooe.at ► Kurse und Zertifikatslehrgänge: www.bfi.at www.mci.edu www.tuv-akademie.at www.wifi.at www.zukunftsakademie.or.at ► Weiterbildungs-Master und MBA: www.donau-uni.ac.at www.limak.at