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Interview

Jonathan Coe: „Großbritannien ist kein glücklicher Ort“

Aufmerksamer Beobachter der britischen Gesellschaft: Jonathan Coe im Wiener Hotel Wandl.
Aufmerksamer Beobachter der britischen Gesellschaft: Jonathan Coe im Wiener Hotel Wandl.(c) Jana Madzigon
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Mit Romanen wie „Middle England“ seziert Jonathan Coe die Lage der britischen Nation. Im Interview spricht er über das „Dahinrumpeln“ der Insel nach dem Brexit, das „gefährliche Experiment“ ihres Corona-Sonderwegs, arrogante Liberale, seinen „Urlaub“ mit Billy Wilder und die Hoffnung, eines Tages in Würde zu verstummen.

In Ihrem jüngsten Roman erzählen Sie von Billy Wilder. Was fasziniert Sie an ihm?

Jonathan Coe: Ich glaube, das, was auch andere Leute fasziniert. Die Brillanz seiner Drehbücher, die Schärfe seiner Satire auf Amerika und die menschliche Natur. Ich habe aber eine spezielle Vorliebe für seine späteren Filme. Seine letzten sieben Filme waren keine finanziellen Erfolge und kamen auch bei den Kritikern dieser Zeit nicht sehr gut an. Für mich haben diese Filme an Statur gewonnen, sie sind reifer, ambivalenter, sie haben eine bittersüße Note, die ich sehr mag.

Der Roman erzählt von Figuren, die alle auf ihre Art damit kämpfen, nicht mehr gefragt zu sein. Gab es dafür einen Anlass?