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Pizzicato

Politik oder ein nettes Leben

Mit Barack Obama Basketball zu spielen und fachzusimpeln ist eine Sache, selbst Politik zu machen eine andere.

24/7, rund um die Uhr, bereitzustehen, jedes Wochenende in der Tretmühle, stets eine richtige Antwort parat zu haben auf die Fragen der Zeit oder auch nur der Stunde und um drei Uhr nachts Entscheidungen zu treffen: Davor schreckte George Clooney zurück, wie er ausplauderte. Er wolle ein „nettes Leben“ haben, sagte er ungeschminkt.

Sein Hollywood-Ruhm, sein Aktivismus und der seiner Frau Amal in Sachen Menschenrechte hatten Clooney die Tür ins Weiße Haus geöffnet. Im West Wing, bei Telefonaten mit Wladimir Putin und Xi Jinping oder Verhandlungen mit hartleibigen Republikanern, ist es mit dem Glamour indes rasch vorbei. Dann zählen nur beinharte Realpolitik, nationale Interessen und politische Deals.

Wer in der Politik bestehen will, muss nicht nur ein politisches Tier sein, sondern auch die dicke Haut eines Elefanten haben – und vielleicht auch dessen Gedächtnis. Nicht ganz zufällig ist der Elefant das Wappentier der US-Republikaner, und Senatsführer Mitch McConnell ist mithin ein Paradeexemplar. Wer unter seiner Ägide Präsident ist, ist ihm einerlei – er hat noch alle überlebt. Solche Gedanken werden auch Alexander Schallenberg durch den Kopf gegangen sein, ehe er am Wochenende sein Jawort gab. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2021)