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WM-Qualifikation

Der neue Geist in der deutschen Kabine

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APA/AFP/ROBERT ATANASOVSKI
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Mit dem Ticket nach Katar hat Deutschland das erste Ziel erreicht. Hansi Flick hat Spieler und Fans überzeugt. Für die WM verspricht er nichts, traut dem Team aber alles zu.

Letztmals 32 Mannschaften spielen bei der WM 2022 in Katar um den Titel (ab 2026 sind es 48) und seit Montagabend steht mit Deutschland der erste Teilnehmer neben dem Gastgeber fest. „Wir haben unser Ziel erreicht“, sagte Teamchef Hansi Flick nach dem entscheidenden 4:0-Sieg in Nordmazedonien. „Wir müssen uns entwickeln bis zur WM. Wie weit wir dann sind, weiß ich nicht. Aber ich weiß auf jeden Fall, mit dieser Mentalität ist einiges machbar.“

Zuerst aber wurde einmal beim Mannschaftsessen nach Mitternacht noch mit einem Gläschen angestoßen. DFB-Interimschef Peter Peters und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff betonten in ihren Dankesworten die neue Mentalität nach 15 Jahren mit Joachim Löw. „Wir haben schon die Dinge sehr schnell umgesetzt, das, was Hansi Flick auch fordert“, sagte Bierhoff. Es freue ihn sehr zu sehen, „wie die Mannschaft zusammenwächst“. Flick ist es wie bei Bayern München gelungen, intern für einen Stimmungswandel zu sorgen und mit seiner offensiven Philosophie Spieler und Fans sofort zu begeistern und ganz schnell hinter sich zu vereinen.

Dieses Vertrauen spürt etwa auch Timo Werner, der in Skopje mit zwei Toren (70., 73.) zum Mann des Abends avancierte und eine Antwort auf die teilweise harsche Kritik an ihm als Stürmer nach dem 2:1 gegen Rumänien gab. Kai Havertz (50.) hatte erst nach der Pause das 1:0 für den Favoriten erzielt. Auch der Chelsea-Profi merkte mit Blick auf die WM selbstbewusst an: „Wenn man für Deutschland spielt, ist das Ziel immer, Titel zu gewinnen.“

Youngster Jamal Musiala (83.) rundete mit seinem ersten Länderspieltor den Sieg ab und ist nun der zweitjüngste Torschütze im DFB-Trikot. Musiala traf im Alter von 18 Jahren und 227 Tagen. Jünger war nur Marius Hiller vor mehr als einem Jahrhundert (im April 1910) im Alter von 17 Jahren und 241 Tagen.

Realistischer, aber nicht banger Ausblick

Deutschlands abschließenden Qualifikationspartien im November gegen Liechtenstein und in Armenien können schon der WM-Vorbereitung zugeordnet werden. Zu einer realistischen Einordnung des Geleisteten rief vorab DFB-Direktor Oliver Bierhoff auf. „Das Ergebnis braucht man in der Gruppe auch nicht überzubewerten“, sagte er angesichts der international nicht erstklassigen Gegner wie Island (4:0) oder Liechtenstein (2:0), die unter Flick besiegt wurden.

Die WM-Gruppen werden nach dem Play-off im Frühjahr ausgelost. Der vierfache Weltmeister wird dann nach derzeitigem Stand wohl nicht im Topf der acht besten Teams gesetzt sein: Neben Gastgeber Katar sind das derzeit Belgien, Brasilien, England, Frankreich, Italien, Argentinien und Portugal. Für Flick kein banger Ausblick: „Von der Qualität unserer Spieler haben sie auch die Qualität, gegen Italien, Spanien, Frankreich, Belgien zu bestehen. Ich bin da sehr zuversichtlich.“ (red.)