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"Mit Behinderung nicht gebraucht": Werbekampagne sorgt für Kritik

bavaria, germany - march 09. 2021: parking for people with disabilities and wheelchairs in a paved parking lot.
Die Werbung sei traumatisierend und widerlich, sagen Behindertenvertreter.(c) imago images/Bihlmayerfotografie (Michael Bihlmayer via www.imago-images.de)
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Behindertenorganisationen reagierten erbost auf eine Werbekampagne mit noch unbekanntem Urheber. Nun forderte auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein eine "zeitnahe" Entfernung der Sujets.

„Mit einer Behinderung wirst du NICHT gebraucht“: dieser Slogan prangt seit einiger Zeit auf Werbeplakaten in Wien und anderen Städten - und sorgt für Aufregung. Von einer „widerlichen Provokation“ und einer Retraumatisierung sprechen Behindertenvertreter. Nun hat sich auch Sozial- und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) ihrer Kritik an der Kampagne angeschlossen und forderte die Entfernung der Sujets.

"Es ist nicht im Sinne einer inklusiven, diversen Gesellschaft auf diese Art und Weise Aufmerksamkeit zu erregen. Wir brauchen noch viel mehr Sensibilisierungsarbeit in Österreich, damit so etwas nicht passiert“, betonte er auf Twitter. Er stelle sich mit aller Deutlichkeit gegen diese diskriminierende, verletzende und potenziell re-traumatisierende Werbung. Und: „In diesem Sinne rufe ich die Urheber dieser Kampagne auf, besagte Sujets zeitnah zu entfernen“, schrieb Mückstein.

Behindertenorganisationen hatten sich bereits am Montag erbost gezeigt. So sprach das Beratungszentrum "Bizeps" von einer "kalkuliert widerlichen Provokation". Es gebe bereits Rückmeldungen von erbosten Menschen, hieß es. Bizeps-Vertreter Martin Ladstätter berichtete: "Angeblich sollen diese Werbeplakate noch bis 21. Oktober hängen und dann 'aufgelöst' werden." Doch der Schaden, so warnte er, könnte bereits angerichtet worden sein: "Das, was Menschen ohnehin schon denken, wird bestätigt und brennt sich durch täglichen Sichtkontakt weiter ein. Keine Wendung kann so stark sein, um diese Aussagen zu neutralisieren."

Urheber noch unbekannt

Bizeps hat laut eigenen Angaben unter anderem Beschwerde beim Österreichischen Werberat eingebracht. Man habe auch die Gewista gebeten, die die Kampagne im Auftrag des noch unbekannten Urhebers der Plakate durchführt, für eine raschere Auflösung zu sorgen.

Es sei nicht zu rechtfertigen, dass Menschen mit Behinderung diesen verachtenden Satz für rund zwei Wochen lesen müssten, befand auch der Präsident des österreichischen Behindertenrats Michael Svoboda. "Sie werden nämlich damit öffentlich als unbrauchbar dargestellt. Zu oft hören Menschen mit Behinderungen diskriminierende Aussagen wie diese - diese Kampagne retraumatisiert sie."

Auch die Organisation Lichterkette, eine Betroffenenvertretung von Menschen mit psychosozialer Behinderung, übte am Dienstag in einer Aussendung Kritik. Es gebe kein unbrauchbares Leben, wurde betont: "Die gefühlte Minderwertigkeit dieser wird durch diesen Schriftzug bestätigt. Er traumatisiert."

 

(APA)