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Russland auf dem Weg zum Selbstversorger. Kirgisische Gastarbeiter ernten Krautköpfe nahe der sibirischen Stadt Krasnojarsk.
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Analyse

So zahlt Putin es dem Westen heim

Aus Zorn auf die westlichen Sanktionen hat Putin ab 2014 den Import von Agrarprodukten verboten. Ein schlauer Zug für die russische Landwirtschaft. Aber was ist aus ihr geworden? Wo wurde gemogelt? Und wie sehr tut er dem Westen wirklich weh?

Wenn der sonst so grimmige Wladimir Putin vor Lachen fast vom Stuhl fällt, muss sein Gegenüber den Vogel abgeschossen haben. So geschehen vor ziemlich genau vier Jahren. Auf einer Sitzung zur Entwicklung der russischen Landwirtschaft zeichnete der damalige Agrarminister Alexandr Tkatschew euphorisch das große Bild der Chancen, indem er an die Erfolge Deutschlands erinnerte. Deutschland exportiere fast die Hälfte seiner Schweinefleischproduktion, erklärte er: Und zwar in alle möglichen Länder, „ob nun China, Indonesien, Japan“. Daher müsse auch Russland... Da konnte Putin nicht mehr an sich halten. Er habe da seine Zweifel mit Indonesien, das Land sei muslimisch, warf er ein und bekam einen Lachkrampf. Na dann eben nicht Indonesien, sondern Südkorea, sagte Tkatschew: „Ist das nicht egal?“

Think big

Tkatschew denkt groß, schließlich ist er selbst Russlands drittgrößter Agrargrundbesitzer mit aktuell 660.000 Hektar Land – fast so viel wie das gesamte Bundesland Salzburg. Nicht zufällig kam von ihm auch die Idee, das Importverbot auf westliche Agrarprodukte um zehn Jahre zu verlängern, weil dieses einen positiven Effekt auf die inländische Landwirtschaft habe.