E-Commerce

Jedes Business muss digital gerüstet sein

(c) Guenther Peroutka
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Digital-Marketing-Experte Thomas Catulli gab Einblick, wie jedes Unternehmen den neuen digitalen Bedürfnissen der Konsumenten entspricht.

Die Digitalisierung führt zu einer veränderten Mediennutzung. Vor allem die junge Generation wächst mit den neuen Technologien auf und ist es gewohnt, digitale Tools zu nutzen, um den Alltag zu bewältigen. Das wirkt sich natürlich auch auf das Kaufverhalten auf. „Die Next Generation lebt und denkt nur noch digital. Es wachsen Native Digitals heran. Für diese Zielgruppe muss man vorbereitet sein“, sagte Thomas Catulli, Experte für Digital Marketing und seit heuer das Mastermind of Program Development im OMF - Online Marketing Forum, einer Tochter der ARS Akademie. Catulli ist zudem CEO bei SPS Marketing Digital und Berater für Digitale Werbung bei DiLAB42. Er bezeichnet sich selbst als Onliner mit 20 Jahren Erfahrung und führte bei der Mittelstandstagung das Publikum in die Welt des E-Commerce ein. „Der Anteil der Onlinekäufer in der österreichischen Bevölkerung stieg in den letzten Jahren stark an. Seit Beginn der Coronakrise ging die Kurve sogar nochmals deutlich nach oben“, sagte der Digital-Experte und schilderte, wie man sein Business digital fit macht.

Mehr als nur ein Shop

Unter E-Commerce versteht man einerseits Kaufvorgänge im Onlinebereich, aber auch sämtliche Prozesse, die einen Kauf einleiten und abwickeln. E-Commerce umfasst somit sehr viele Bereiche, die es als Unternehmer zu beachten gilt, wie etwa Warenkorb, mobile Nutzung, neue Herausforderungen der Logistik, Bestellabwicklung, aber auch eine kundenfreundliche Abwicklung von Supportanfragen und Kenntnisse der betreffenden Rechtsthemen. Nur eine Homepage und ein Onlineshop sind also zu wenig. Auch im B2B-Bereich steigt der Trend des E-Commerce. „Laut Statistiken werden mehr als 90 Prozent aller B2B-Entscheidungen mittlerweile durch Onlinerecherche getroffen“, sagte Catulli. „Dementsprechend wichtig ist auch eine gute Online-Sichtbarkeit des Unternehmens.“

Man kann das Unternehmen Amazon, das Mitte der 1990er Jahre gegründet wurde, als Pionier des E-Commerce bezeichnen. Seither entwickelte sich E-Commerce in Lichtgeschwindigkeit.

Top Drei Trends

Catulli holte die seiner Meinung nach drei größten Trends im E-Commerce vor den Vorhang: Social Commerce, Voice Commerce und Mobile Commerce.

»„Nutzen Sie beim E-Commerce bestehende Eco-Systeme. Plattformen, die sich um das gesamte E-Commerce-Management kümmern.“«

Thomas Catulli, O M F - Online Marketing Forum

Social Commerce beschreibt die Visibilität in Social-Media-Kanälen und Suchmaschinen. Catullis Tipp: „Nutzen Sie Influencer, um Ihren Produkten oder Dienstleistungen schnellere Bekanntheit zu verschaffen.“ Es klingt nahezu märchenhaft, aber Catulli begleitete zahlreiche Influencerkampagnen, wodurch er die Erfahrung sammelte, dass sich der Kosten-Nutzen-Faktor absolut bezahlt macht, wenn man in die richtige Zielgruppe arbeitet. „Die Community der Influencer sorgt für eine Steigerung des Bekanntheitsgrades.“ Also: Suchen Sie Ihre Influencer, die Sie weiterbringen.Der Trend „Voice Commerce“ sollte einerseits dazu animieren, dass man bei Alexa und Co. auftaucht, aber vor allem, dass die Bestellungen sich einfach abwickeln lassen, um für ein positives Kundenerlebnis zu sorgen. Logistik und Zahlungssysteme sind nicht nur wichtig, sondern müssen reibungslos funktionieren.

Wichtig ist auch, dass E-Commerce immer stärker auf mobile Devices ausgerichtet ist - also Mobile Commerce. „Schon heute kaufen rund zwei Drittel der Nutzer mobil ein und nur noch ein Drittel per Computerdesktop“, sagte Catulli und erinnerte daran, dass ein bedenkenloser Interneteinkauf mit innovativen Sicherheitsmechanismen einhergehen muss. Auch das muss man beim E-Commerce bedenken. Zum Beispiel die Integration einer Doppelabfrage, wenn jemand einen Kauf tätigen möchte.

Eco-Systeme

Schließlich stellte der Experte für Digitalmarketing das E-Commerce- Eco-System vor. In einem ersten Schritt benötigt man eine Website. „Sie müssen keine eigene E-Commerce-Plattform entwickeln. Nutzen Sie bestehende Tools, Systeme und Setups.“ Es gibt viele Modulanbieter, die sehr einfach im Baukastensystem funktionieren und problemlos eine Verknüpfung der Services mit der Website erlauben.

Ein Problem lösen die Plattformen jedoch nicht: „Sie müssen sich selbst darum kümmern, dass die Nutzer Ihre Seite besuchen.“ Siehe Influencer! Catulli empfiehlt aber auch, Amazon und Co. nicht als Konkurrenz zu sehen. Im Gegenteil: „Fischen Sie also dort, wo die Fische sind.“ Das Eco-System lässt sich noch weiterspinnen zum E-Commerce-Marketing-Eco-System. Es geht darum, nutzerbezogene Inhalte auszuspielen. „Die Basis der zu bespielenden Marketingkanäle bilden derzeit Google-Suche und Social Media.“ Erfolgsentscheidend ist, möglichst viele Nutzerdaten zu sammeln. Tracking der Kampagnen ist daher ein wesentlicher Baustein für den Online-Verkaufserfolg. „Ein Nutzer, der auf Ihre Seite kommt, aber nicht kauft, müsste im Optimalfall individuell bespielt werden, z. B. mit Rabattaktionen.“ Jede Kampagnenaktion, jedes Posting auf den Social-Media-Plattformen gilt es im Auge

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