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Kunstlicht

Die Schlange, die den Aal in sich entdecken muss

Die Schlange, die ein Aal sein muss in Boschs Weltgerichtstriptychon.Gemäldegalerie der bildenden Künste
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Dem Wiener Bosch-Altar bleibt nichts erspart: Nach seiner Umsiedelung wurde er jetzt vom indischen „Raqs Media“-Kollektiv queer umgedeutet.

Tatsächlich, meinte die Leiterin der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Claudia Koch, noch nie habe man diesen Aal zu Füßen von Boschs Hl. Jakobus bemerkt. Aus Gründen, wie sich herausstellt. Noch aber stehen wir im Trubel der Eröffnungsausstellung der Gemäldegalerie. Nach vier Jahren der Gebäuderestaurierung am Schillerplatz ist das berühmte Weltgerichtstriptychon Hieronymus Boschs wieder am angestammten Platz zu besichtigen. Also teilweise – hat das von der Akademie als Kuratoren eingeladene indische Kollektiv Raqs Media seine Flügel doch geschlossen – um ein Würmchen in den Fokus zu rücken, das sich im Grisaille der Außentafeln tummelt. Ein Aal! Meinten sie. Sigmund Freud! Der als Junger bei der Enttarnung der so unentschlossenen Aal-Sexualität scheiterte. Meinten sie. Also müsse der ganze Raum rund um Bosch Gender-Fragen gewidmet sein. Meinten sie. Von wegen Aal. Weiß der Wiener Bosch-Experte Erwin Pokorny, der auch bei der jüngsten Publikation der Akademie über ihren größten Schatz mitgeschrieben hat.