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Unglück

Migranten nahe französisch-spanischer Grenze von Zug getötet

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Polizisten nahe des Unfallortes auf den bahngleisen bei Saint-Jean-de-Luz.APA/AFP/FRANCK LAHARRAGUE
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Drei Tote und ein Schwerverletzter, wahrscheinlich alle aus Algerien. Die Migranten kamen aus dem spanischen Baskenland und wanderten längs einer Zugsstrecke. Dabei schliefen sie angeblich ein.

In Südwestfrankreich unweit der Grenze zum spanischen Baskenland ist Berichten vom Mittwochabend zufolge eine Grupper illegaler Migranten von einem Zug überrollt worden. Dabei starben drei Menschen, ein vierter Mann überlebte schwer verletzt.

Das Unglück ereignete sich demnach am Westrand der Kleinstadt Saint-Jean-de-Luz nahe Bayonne im französischen Baskenland. Die Stadt am Golf von Biskaya ist etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Spanien bei Hendaye/Irún entfernt und liegt an einer Bahnlinie auch für den Fernverkehr etwa nach Madrid und Paris.

Die Männer wanderten von Spanien her zumindest teilweise längs der Schienen nach Frankreich hinein und wollten Kontrollen umgehen, sagte der französische Staatsanwalt, Jérôme Bourrier, am Mittwochabend unter Berufung auf Angaben des Überlebenden, der aus Algerien stammt.

Die Gruppe sei, so erzählte der Mann, erschöpft gewesen und in der Nacht bei einer Rast eingeschlafen. Wieso man just auf den Gleisen oder an deren Rand gelegen sei, konnte er nicht sagen; den herannahenden Regionalzug habe man jedenfalls nicht bemerkt.

Das Unglück trug sich gegen fünf Uhr in der Früh zu, also noch in der Dunkelheit. Zur Identität der Todesopfer war vorerst nichts bekannt, sie dürften auch aus Nordafrika stanmen.

Vor „Polizeidruck" ausgewichen

Laut Amaia Fontang, Vorsitzende eines Verbundes von Hilfs-NGOs für Migranten in der Region, war dem Unglück ein Tag mit „erheblichem Polizeidruck in mehreren Teilen des Baskenlandes" vorangegangen. Sprich: Die Polizei führte Razzien durch und suchte gezielt nach illegalen Migranten. Viele dürften also versucht haben, rasch nach Frankreich auszuweichen, sofern das nicht ohnehin ihr eigentliches Ziel war.

Am Mittwochabend versammelten sich am Bahnhof von Saint-Jean-de-Luz rund 200 Menschen für eine Mahnwache für die Todesopfer.

(APA/DPA)