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Morgenglosse

Justiz-Viertel: Ein Sanierungsprojekt unter Beobachtung

Das Justiz-Zentrum in Wien-Josefstadt wird generalsaniert: eine Langzeit-Aufgabe, die 200, vielleicht aber hunderte Millionen Euro kosten wird. Man darf gespannt (und wachsam) sein.

Kaum ein öffentliches Vorhaben neigt so intensiv zu Skandalen wie ein großes staatliches oder kommunales Bauprojekt. Ein solches wurde am Donnerstag von einer sichtlich zufriedenen Justizministerin präsentiert: die Generalsanierung des Justiz-Viertels in der Wiener Josefstadt. Eigentlich ist es kein Bau-, sondern ein Reparatur- und Modernisierungs-Projekt (aber freilich werden auch etliche Umbauten vorgenommen).

Frisch ist die Erinnerung an kühne Kostenüberschreitungen bei Errichtung des Krankenhauses Wien Nord, nunmehr: Klinik Floridsdorf. Und an den „Energie-Schutzring" um das Gebäude, den ein Esoteriker der Stadt andrehte. 

Aber nein, es soll hier keine schlechte Stimmung gemacht werden. Es sei nur vorsichtshalber an traurige Realitäten (im doppelten Wortsinn) erinnert.

Der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), der Eigentümerin der Justizgebäude, in dem das Straflandesgericht Wien, die Staatsanwaltschaft und das Gefangenenhaus untergebracht sind, ist zuzubilligen, dass professionell ans Werk gegangen wird. Man darf hoffen, dass die geplanten Kosten, 200 Millionen Euro, der Höhe nach halbwegs halten. Und nicht explodieren. Und dass der ohnedies weite Zeitrahmen, Komplett-Fertigstellung im Jahr 2032, hält (nachdem bereits etwa ein Jahrzehnt lang um den Sanierungsstart gerungen wurde).

Allerdings: Mit der Jubelmeldung zum Startschuss des Projekts hat auch ein mediales Monitoring begonnen. Das hilft vielleicht mit, die Art von Skandalen zu vermeiden, die man aus der Vergangenheit kennt.