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Interview

Alexander Schallenberg: „Ich bin Republikaner bis ins Knochenmark“

Bundeskanzler Alexander Schallenberg
Bundeskanzler Alexander SchallenbergDie Presse/Clemens Fabry
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Bundeskanzler Alexander Schallenberg über sein Verhältnis zu Sebastian Kurz und Thomas Schmid, die Macht in der ÖVP und ein „Get-together“ mit den Grünen nach dem Nationalfeiertag.

„Die Presse“: Herr Bundeskanzler, kaum ein Porträt über Sie in den vergangenen Tagen kam ohne die Zuschreibungen „Aristokrat“ oder „adelig“ aus. Stört Sie das? Gefällt Ihnen das?

Alexander Schallenberg: Ich bin erstaunt darüber. Es war in den mehr als zwanzig Jahren meiner bisherigen Karriere nie ein Thema. Das ist für mich nicht gestern, sondern vorvorgestern. Ich bin ein Republikaner bis ins Knochenmark. Ich bin Bundeskanzler der Republik Österreich. Ich arbeite im Rahmen der Verfassung. Ich bin ein Demokrat. Das System, das wir aufgebaut haben, ist sicher nicht perfekt, wie Winston Churchill schon angemerkt hat, aber es ist immer noch das beste. Ich halte auch nichts von jenen Stimmen, die in der Pandemie gesagt haben, die autokratischen Regime kämen besser durch die Krise. Nein, unser System ist sehr viel nachhaltiger, weil wir um Entscheidungen ringen müssen, weil es Wahlen gibt und das Volk ein Mitspracherecht hat. Das ist mein Credo. Und meine Basis ist die europäische Aufklärung.